Der verstorbene Papst Benedikt XVI. hat in einem posthum erschienen Buch schwere Anschuldigungen gegen Kirchenvertreter erhoben.
Er schreibt in „Was ist Christenheit. Ein fast geistliches Testament“ von „Homosexuellen Clubs“ im Vatikan, die sich in Priesterseminaren gebildet hätten und von einem Bischof, der pornografische Filme zeigte. Auf 204 Seiten und sechs Kapiteln sind alle Schriften gesammelt, die Joseph Ratzinger nach seinem Rücktritt im Kloster Mater Ecclesiae verfasste.
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Herausgeber sind der italienische Theologe Elio Guerriero und frühere Privatsekretär Benedikts, Monsignore Georg Gänswein. „Dieser Band, der die Schriften sammelt, die ich im Kloster Mater Ecclesiae verfasst habe, muss nach meinem Tod herausgegeben werden“, bat Ratzinger die Herausgeber in einem Schreiben vom 1. Mai 2022. Der frühere Papst wünschte sich darüber hinaus, das Buch lediglich in Italien erscheinen zu lassen.
Joseph Ratzinger berichtet posthum über „homosexuelle Clubs“ in Seminaren
„Ich für meinen Teil möchte im Leben nichts mehr veröffentlichen“, schrieb Ratzinger, „die Wut der Kreise gegen mich in Deutschland ist so groß, dass das Erscheinen jedes meiner Worte sofort ein mörderisches Geschrei ihrerseits auslöst. Das will ich mir und der Christenheit ersparen.“
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In seinem letzten Werk enthüllt Ratzinger seine Sichtweise auf Bezug der „modernen“ Christenheit, und spart dabei nicht an Kritik. Besonders verschlossen sei die Mentalität im Vatikan, Raum für Debatten gebe es kaum. „Studenten, die beim Lesen meiner Bücher erwischt wurden, wurden für das Priesterturm als ungeeignet angesehen. Meine Bücher wurden als schädliche Literatur verschleiert und sozusagen nur im Geheimen gelesen.“
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Benedikt berichtet auch von Homosexualität im Vatikan und redet von angeblichen schwulen „Clubs“, die es in den Seminaren gäbe. „In verschiedenen Seminaren haben sich homosexuelle Clubs gebildet, die mehr oder weniger offen agierten und die Atmosphäre in den Seminaren deutlich veränderten. Bei gemeinsamen Mahlzeiten waren die Seminaristen mit verheirateten Pastoralvertretern zusammen, teilweise begleitet von ihren Frauen und Kindern und teilweise von ihren Freundinnen. Das Klima im Seminar konnte der priesterlichen Ausbildung nicht helfen.“
Ratzinger zufolge hatte „ein Bischof, der zuvor Rektor war, erlaubt, Seminaristen pornografische Filme zu zeigen, vermutlich in der Absicht, ihnen damit zu ermöglichen, sich gegen glaubenswidriges Verhalten zu wehren“.
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Zuletzt erklärt Benedikt XVI. seinen Rücktritt im Jahr 2013 und begründet dies mit einem: „Ich war erschöpft.“ Im Buch liest man: „Als ich am 11. Februar 2013 meinen Rücktritt vom Dienst des Nachfolgers Petri verkündigt habe, hatte ich keinen Plan für die Zukunft. Ich war zu erschöpft, um andere Arbeiten zu organisieren. Außerdem schien die Veröffentlichung der Kindheit Christi als eine logische Schlussfolgerung meiner theologischen Arbeit.“
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