Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Reznikov soll nächste Woche von seinem Ministerposten abberufen werden. Das berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrainska Pravda am Sonntag unter Berufung auf Regierungs- und Militärquellen.
Am Sonntagabend bestätigte ein ukrainischer Abgeordneter den Medienbericht. Demnach wird der Leiter des ukrainischen Militär-Geheimdienstes, Kyrylo Budanov, neuer Verteidigungsminister. Der 37-jährige Budanov werde den bisherigen Ressortchef Reznikov ablösen, sagte David Arachamia. Diese Entscheidung sei „in Kriegszeiten absolut logisch“. Wann genau die Ablösung erfolge, sagte er nicht. Der 56-jährige Reznikov werde Minister für strategische Industriezweige.
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Korruptionsskandal im ukrainischen Verteidigungsministerium
Infolge eines mutmaßlichen Korruptionsskandals in der ukrainischen Armee waren seit Bekanntwerden der Affäre im Januar mehrere Vize-Minister, Gouverneure und hochrangige Beamte zurückgetreten oder entlassen worden. Den Ausschlag für die Entlassungswelle gab unter anderem der in Medienberichten vorgebrachte Vorwurf, das ukrainische Verteidigungsministerium habe für die Soldaten Lebensmittel zu deutlich überhöhten Preisen eingekauft.
Reznikov hatte die Berichte zunächst zurückgewiesen. Am Sonntag kündigte er dann eine „interne Überprüfung“ in seinem Ministerium an. Er selbst habe ein „absolut reines Gewissen“. Zu den Spekulationen um seine mögliche Ablösung sagte er: „Es ist eine Person – der Oberbefehlshaber, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj – die entscheidet, ob ich Verteidigungsminister sein werde oder nicht“.
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Der 56-jährige Reznikov ist seit seiner Ernennung am 4. November 2021 Verteidigungsminister und hat das Ministerium während des gesamten Krieges Russlands gegen die Ukraine geleitet. Während dieser Zeit spielte Reznikov eine wichtige Rolle bei der Beantragung und Sicherung westlicher Militärhilfe, die sich als entscheidend für den Widerstand der Ukraine gegen Russland erwiesen hat.
Am 31. Januar erklärte Reznikov, dass bereits Ende Juni 2022 eine Prüfung des Beschaffungsprozesses der Armee eingeleitet wurde. Die ersten Ergebnisse der Prüfung im Dezember zeigten, dass das ganze System mangelhaft war. Reznikov stritt jegliches Fehlverhalten ab und erklärte, dass derjenige, der die Beschaffungsdokumente weitergegeben habe, ein Verbrechen begangen habe.
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