ProSieben-Moderatorin Linda Zervakis steht seit Wochen wegen eines Interviews mit Bundeskanzler Olaf Scholz in der Kritik. Wie die taz Ende Februar enthüllte, soll die frühere „Tagesschau“-Sprecherin vom Kanzleramt eine Kostenpauschale von 1130,50 Euro brutto für das 20 Minuten lange Gespräch bekommen haben. Dem Medienbericht zufolge soll sich Scholz für den Auftritt bei der Medienmesse re:publica Zervakis als Interviewerin gewünscht haben. Wie t-online am Dienstag berichtet, soll sie dafür deutlich mehr Geld bekommen haben, als bisher bekannt war.
Demnach soll Zervakis noch für eine weitere Moderation vom Kanzleramt bezahlt worden sein. Nach ihrem Auftritt auf der re:publica im Juni soll sie für ihre Moderation der Veranstaltung „Deutschland. Einwanderungsland – der Dialog für Teilhabe und Respekt!“ im November deutlich besser vergütet worden sein. Laut einer Kostenaufstellung, die t-online vorliegt, habe sie dafür fast 11.000 Euro erhalten. Bei der Veranstaltung im Festsaal in Berlin-Kreuzberg hatte der Kanzler zusammen mit der Integrationsbeauftragten Reem Alabali-Radovan und Bundesinnenministerin Nancy Faeser sowie 100 weiteren Gästen über die anstehende Reform des Staatsangehörigkeitsrechts diskutiert.
Kanzleramt soll Linda Zervakis Geld für Interview mit Olaf Scholz gezahlt haben
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Zervakis erhielt auch während ihrer ARD-Zeit Honorare vom Kanzleramt
Die beiden Auftritte der Moderatorin sind allerdings nur die neuesten, bekannten Aufträge des Kanzleramts an Zervakis, schreibt t-online. Während ihrer Zeit als „Tagesschau“-Sprecherin bei der ARD soll Zervakis bezahlte Aufträge des Kanzleramts in Form von Moderationen des Nationalen Integrationspreises erhalten haben. Das geht laut dem Bericht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor. Zervakis werde in der Aufstellung zwar nicht namentlich genannt, sei aber über das Datum der Veranstaltung identifizierbar. Erst im Jahr 2021 schied Zervakis bei der „Tagesschau“ aus.
Ihr Management gab auf Anfrage von t-online dazu eine Stellungnahme ab. „Bei den von Ihnen benannten weiteren Veranstaltungen ist Linda Zervakis als Moderatorin, nicht als Journalistin, tätig geworden.“ Das Management bestätigte, dass sie für die Tätigkeit als Moderatorin ein Honorar bekam. „Linda Zervakis ist regelmäßig als Moderatorin von Veranstaltungen tätig und erhält hierfür ein Honorar.“
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