Umwelt

Hunderte Flüge nach Sylt: Linken-Chef Schirdewan will Privatjet-Verbot

Flüge mit dem Privatjet verursachen jährlich enorme Klimaschäden. Ginge es nach dem Linken-Politiker Martin Schirdewan, wären sie bald verboten.

Team News dpa
2 Min
Martin Schirdewan

Martin Schirdewan

© imago/Christian Spicker

Der Parteichef der Linken, Martin Schirdewan, spricht sich dafür aus, klimaschädliche Flüge mit Privatjets einzudämmen. Allein die Strecke Hamburg-Sylt sei im vergangenen Jahr 508-mal geflogen worden, sagte der Co-Fraktionsvorsitzende der Linken im EU-Parlament dem ZDF. „Das ist eine Strecke, die man locker mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann – und die doch besonders oft geflogen wird, weil Sylt eben auch ein beliebter Ausflugsort von Prominenten und von Superreichen ist.

Die Strecke stehe für Schirdewan symbolisch dafür, dass generell etwas geändert werde müsse, um den Klimaschutz effektiv voranzubringen. Weiter sagte er: „Die Klimakatastrophe ist real, und wir müssen uns den politischen Antworten stellen. Diese Antworten werden drastisch sein müssen, und auch radikal.“

Zahl der Privatjet-Flüge 2022 gestiegen

Bereits Anfang März hatte Schirdewan gefordert, beim Klimaschutz die Reichen in den Fokus zu nehmen. „Klimaschutz ist Klassenkampf“, schrieb er auf Twitter. Die 125 reichsten Menschen verursachten so viel klimaschädliches CO2-Emissionen wie Frankreich. Dagegen helfe kein „bewusster Konsum“, sondern nur klare Kante.

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Flüge mit Privatjets sind im vergangenen Jahr in Deutschland auf ein Rekordniveau gestiegen. Mitte Januar berichteten der NDR und die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Eurocontrol, dass es mehr als 94.000 Starts von Business-Flugzeugen in Deutschland gab – etwa 8000 mehr als im Vorjahr. Fast drei Viertel der in Deutschland gestarteten Flüge seien kürzer als 500 Kilometer gewesen. Häufig geflogene Strecken waren demnach Hamburg – Sylt oder Berlin – München.

Fliegen ist die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen. Ein Flug von Deutschland auf die Malediven und zurück verursacht laut Umweltbundesamt pro Person eine ⁠Klimawirkung von rund drei Tonnen CO2. Mit einem Mittelklassewagen kann man dafür mehr als 15.000 Kilometer fahren.

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