Ukraine-Krieg

Britische Geheimdienste: Befreite Wagner-Gefangene Risiko für Russland

Viele russische Gefängnisinsassen wurden für die Kämpfe in der Ukraine eingezogen. Nach sechs Monaten Dienst wird allerdings die Haftstrafe aufgehoben.

Team News dpa
2 Min
Bachmut (Donezk): Russische Söldner der Gruppe Wagner befinden sich in einem Schützengraben. Viele von ihnen waren Gefängnisinsassen in Russland. Sie könnten bald in Freiheit leben.

Bachmut (Donezk): Russische Söldner der Gruppe Wagner befinden sich in einem Schützengraben. Viele von ihnen waren Gefängnisinsassen in Russland. Sie könnten bald in Freiheit leben.

© Viktor Antonyuk/imago

Britische Geheimdienste halten die Begnadigung der aus Gefängnissen rekrutierten Wagner-Söldner für ein Risiko für die russische Gesellschaft. In den kommenden Wochen würden voraussichtlich Tausende russische Inhaftierte, die im Ukraine-Krieg für die Gruppe der Wagner-Söldner gekämpft hätten, begnadigt und freigelassen, hieß es am Dienstag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Bei der Rekrutierung aus Gefängnissen im Zuge einer Aufstockung der russischen Truppen sei den Wagner-Veteranen in Aussicht gestellt worden, dass ihre Haftstrafen nach sechs Monaten Kriegsdienst aufgehoben werden.

Da die Rekrutierung von Wagner-Häftlingen im vergangenen Herbst nach Angaben der Briten ihren Höhepunkt erreichte, läuft die Spanne von sechs Monaten nun für viele Betroffene ab – wobei rund die Hälfte von ihnen nach britischen Angaben im Kampf getötet oder verletzt worden sein soll. Die plötzliche Eingliederung von oft gewalttätigen früheren Straftätern mit kürzlichen traumatischen Kampferfahrungen werde mutmaßlich eine große Herausforderung für Russlands Gesellschaft in Kriegszeiten darstellen, hieß es aus London.

Russland will Truppen verstärken: Keine Gefangenen für die Wagner-Gruppe

Außerdem werde sich der Personalmangel in den russischen Truppen verstärken, da Wagner wohl mittlerweile nicht mehr in Gefängnissen rekrutieren dürfe. Zuvor hatte dies den Angaben zufolge unter Einverständnis der russischen Führung stattgefunden.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.

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