Deep Fake

Achtung, Fake News: Donald Trump in New York verhaftet

Donald Trump läuft vor Polizeibeamten weg und Wladimir Putin kniet vor Xi Jinping? Die Deep Fakes sind täuschend echt. Fast jedenfalls.

4 Min
Der frühere US-Präsident Donald Trump wird in New York verhaftet: Das Bild ist nicht echt. 

Der frühere US-Präsident Donald Trump wird in New York verhaftet: Das Bild ist nicht echt. 

© Hergestellt von KI Midjourney

Am Ende ist es passiert: der ehemalige US-Präsident Donald Trump wurde in New York festgenommen. Zu dieser Überzeugung könnte man kommen, wenn man im Netz die vielen Bilder betrachtet, die den Ex-Präsidenten inmitten Dutzender amerikanischer Polizeibeamter zeigen.

Und was ist das hier? Kniet da der russische Präsident Wladimir Putin vor Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping? Man muss ein zweites oder drittes Mal hinsehen, um zu erkennen, dass diese Bilder nicht echt sind. Die Künstliche Intelligenz Midjourney hat sie hergestellt und das Ergebnis wird fleißig in den sozialen Medien verbreitet.

Letztes Wochenende hatte Trump seinen Followern auf seiner Plattform Truth Social mittgeteilt, dass er damit rechne, verhaftet zu werden. Hintergrund war die Anklage des New Yorker Staatsanwalts im Fall der Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Bis jetzt erfüllte sich Trumps Vorhersage noch nicht, aber Bilder davon gibt es trotzdem.

Trump wischt Flur in Gefängnisuniform

Trump rennt vor den Polizeibeamten weg, dann sitzt er mit seinem dunkelblauen Anzug auf der Bank einer schmutzigen Zelle. Anschließend sind Anzug und Krawatte weg, und Trump schrubbt in orangefarbener Gefängnisuniform den Flur des Knasts. Im Gefängnishof spielt er Basketball mit den anderen Häftlingen und trainiert mit schweren Gewichten. Zuletzt versucht er durch die Kanalisation auszubrechen und landet in einer McDonald’s-Filiale.

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Die KI stellte auch in verblüffend realistischer Weise die Reaktionen der Familienmitglieder Trumps nach: der empörte Ausruf von Trumps Ehefrau Melania erinnert an Edvard Munchs „Der Schrei“. Der 39-jährige Sohn Eric wird gezeigt, wie er sich eine Träne wegwischt.

Viral gingen die Bilder, nachdem sie von Eliot Higgins auf Twitter gepostet wurden. Der Gründer von Bellingcat, einem nicht-staatlichen investigativen Recherchenetzwerk mit Sitz in Amsterdam.

„Mache gerade Fotos von Trumps Verhaftung, während ich warte, dass er verhaftet wird“, schrieb Higgins und postete etwa 50 Bilder, die von der Künstlichen Intelligenz hergestellt wurden. „Ich habe mit verschiedenen Eingaben gespielt, um zu sehen, was möglich ist und wie komplex das Resultat sein könnte“, erklärte Higgins BuzzFeed News.

Higgins fragte die KI, wie es aussehen würde, wenn Donald Trump auf den Straßen von New York verhaftet würde, wie seine Familie reagieren würde und wie sein Leben im Gefängnis ablaufen könnte. Dem britischen Blogger zufolge sei er am Mittwoch von Midjourney gesperrt worden.

„Die Fotos bildeten eine Art Erzählung und ich fand das sehr amüsant“, so Higgins. „Ich hatte nicht vor, irgendeine Kritik oder so etwas zu üben. Aber dann hat es sich irgendwie verselbständigt“, fügte er hinzu.

Wie erkennt man Bilder, die von einer KI erzeugt wurden?

Viele Twitter-Nutzer kommentierten, wie witzig die Bilder seien, andere glaubten jedoch, das Material wäre authentisch. Auf dem ersten Blick sehen die Bilder realistisch aus, aber es genügt, die Fotos ein bisschen mehr im Detail zu analysieren, um zu erkennen, dass es sich dabei um Deep Fakes handelt.

Die Proportionen stimmen nicht, bei Putins angeblichen Kniefall vor Xi Jinping sieht man, dass der Kopf des russischen Präsidenten zu groß ist, um echt zu sein. Heute tun sich Künstliche Intelligenzen noch schwer bei der exakten Darstellung des menschlichen Körpers, die Entwicklung der Algorithmen schreitet jedoch rasant voran.

Dies bedeutet auch, dass es in Zukunft immer schwieriger werden wird, ein künstlich hergestelltes Bild von einem echten zu unterscheiden. Der Tipp ist, genauer auf die Details zu achten. Schriften auf den Bildern sind zum Beispiel unsinnig. Die Aufnäher auf den Uniformen der Polizeibeamten ergeben keinen Sinn.

Zudem gibt es digitale Hilfsmittel, um die Bilder auf ihre Echtheit überprüfen. Auf der Plattform Hugging Face kann man zum Beispiel Bilder hochladen und auf ihre Echtheit prüfen lassen. Die KI gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Bild künstlich erzeugt wurde. Im Fall von Putins angeblichen Kniefall waren es 58 Prozent.

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