Als Natascha Lecki fünf war, sah sie eine Vorstellung von Tschaikowskys Ballett „Schwanensee“. Danach wollte die Berlinerin selbst Tänzerin werden und nahm Ballettunterricht. Ihr Vater habe sogar eine Ballettstange in ihrem Zimmer installieren müssen, erzählt sie. Aber dann – nach sechs Jahren – stellte sich bei der Eignungsprüfung für das Spitzenschuhtraining heraus, dass sie nicht für eine professionelle Karriere als Balletttänzerin geeignet war. Sie begann mit Stepptanz und mit Jazzdance, beides jahrelang, aber dann studierte sie doch Betriebswirtschaft, arbeitete bei verschiedenen Unternehmen, bevor sie mit fast 30 Jahren ein weiteres Studium im Bereich Mode-Marketing an der University of the Arts in London aufnahm. Sie war dann schon wieder in Berlin, als sie die Stellenausschreibung beim Friedrichstadt-Palast sah. Und sie habe sofort gewusst: „Da will ich hin. Und wenn ich nur zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde.“
Blick auf den Friedrichstadt-Palast in der Dämmerung
© Sabine Gudath
Das war 2018, und Natascha Lecki bekam nicht nur ein Gespräch, sondern auch die Stelle als Direktorin Marketing & Sales am Friedrichstadt-Palast, bis sie dann 2020 auch das Direktorat Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit übernahm. Auch wenn sie es sich einmal anders vorgestellt hat: Natascha Lecki empfindet es als Glück, dass sie einer Atmosphäre nah sein kann, der sie schon als Kind und Jugendliche angehören wollte, der Welt der Bühne, des Tanzes.
Nicht nur einzelne Shows bewerben
Auf wenige Institutionen blickte der Westen so herablassend
Und nun steigt sie mit 41 Jahren in die Geschäftsleitung des Hauses auf. Ihr erklärtes Ziel ist es, neben den vielen Gästen, die schon seit Jahrzehnten ins Haus kommen, auch junge Menschen für die Shows zu interessieren. „Wenn die mit Mama oder Oma kommen, finden sie es cool hier, aber wir müssen sie auch direkt erreichen“, sagt Natascha Lecki. Deshalb hat der Friedrichstadt-Palast jetzt einen TikTok-Kanal, und auf der Website wird man mit Du angesprochen. „Das klingt frischer.“
Was sie auch ändern will: „Ich finde es gut, dass wir jede einzelne Show bewerben, aber ich möchte mehr für die Marke Friedrichstadt-Palast tun.“ Denn dass man all diese Shows nicht eingekauft, sondern im Haus ersonnen habe und man diese nur hier sehen könne, wüssten noch viel zu wenige Leute.
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