Eine für Samstagabend erhoffte Waffenruhe nach den jüngsten Kämpfen im Nahost-Konflikt verzögert sich. Auch nach 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) kam es zu Raketenangriffen militanter Palästinenser auf israelische Ortschaften. Zu dem Zeitpunkt war eine Waffenruhe zwischen Israel und der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad erwartet worden. Israelische Medien berichteten von Raketenalarm auf Nirim und Ein Hashlosha nahe der Grenze zum Gazastreifen.
Ein Anführer des Dschihads hatte zuvor im ägyptischen Fernsehen bestätigt, dass eine Einigung mit Israel erzielt worden sei. Das bestätigte auch Israels Nationaler Sicherheitsberater Tzachi Hanegb laut Mitteilung aus dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Zugleich warnte Hanegb, dass Israel sich im Fall weiterer Angriffe verteidigen werde. Hanegb dankte Ägypten für dessen „große Anstrengungen“ bei Vermittlungen über ein Ende der Kämpfe.
Israel tötet gezielt Dschihad-Mitglieder in Gaza
Ägypten hatte sich kurz nach Ausbruch der Gewalt - wie schon oft - als Vermittler ins Spiel gebracht. Die Verhandlungen über eine Waffenruhe verliefen zunächst jedoch stockend. Nach Armeeangaben habe es bereits am Mittwoch eine Art inoffizielle Erklärung über eine Waffenruhe gegeben, an die sich Israel auch gehalten habe - bis erneut Raketen aus dem Gazastreifen geflogen seien. Medienberichten zufolge, die sich auf ägyptische und israelische Quellen stützten, einigten sich beide Seiten nun auf ein Abkommen, das vorsieht, keine Häuser oder Zivilisten mehr anzugreifen.
„Pfeil und Schild“: Israelisches Militär flog gezielte Angriffe
Das israelische Militär hatte in der Nacht auf Dienstag die Militäraktion „Pfeil und Schild“ mit Luftangriffen gegen den Islamischen Dschihad im Gazastreifen gestartet. Mehrere hochrangige Mitglieder der Gruppierungen wurden seither gezielt getötet. Die eng mit Israels Erzfeind Iran verbundene Organisation wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Wie auch die im Gazastreifen regierende Hamas hat sie sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.
Seit Mittwoch haben militante Palästinenser nach Militärangaben als Reaktion mehr als Tausend Raketen auf israelische Ortschaften gefeuert. Im Gazastreifen kamen mehr als 30 Menschen ums Leben, darunter mehrere Frauen und Kinder. In Israel wurden bei Raketeneinschlägen eine Frau sowie ein palästinensischer Arbeiter aus dem Gazastreifen getötet.
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