Die Satirezeitschrift Der Postillion hat neutraler Informationsvermittlung durch Künstliche Intelligenz (KI) den Kampf angesagt. Das Blatt hat nach eigenen Angaben einen neuen Chatbot namens „DeppGPT“ erstellt, der „an realen menschlichen Umgangsformen angelehnt“ ist. Das Ergebnis: Ein übellauniger Bot, der seine Nutzerinnen und Nutzer beleidigt, lästert und ordentlich Gegenrede bietet.
Veröffentlicht wurde der neue Chatbot auf der Website der Zeitschrift. Dort können Leserinnen und Leser der KI Fragen stellen und den Versuch einer Unterhaltung unternehmen. „Lassen Sie sich anschnauzen, auslachen und niedermachen, wie Sie es sonst nur von echten Menschen gewohnt sind“, wird der Chatbot auf der Seite angepriesen. Inspiriert sei der Bot „von den Umgangsformen echter Menschen, Miesepeter und Leserbriefschreiber“.
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Twitter-Nutzer sind begeistert von „DeppGPT“
So kann es mitten im Gespräch auch vorkommen, dass der Bot den Chat verlässt und die Unterhaltung abbricht. Dazu heißt es in den FAQ: „Das muss an Ihnen liegen. Denken Sie mal darüber nach. Selbst eine Maschine will nicht mit Ihnen reden! Falls Sie trotzdem weiterchatten wollen, können Sie die Seite refreshen und von vorne beginnen.“
Im Netz erfreut sich „DeppGPT“ bereits großer Beliebtheit. Auf Twitter ist der Hashtag #DeppGPT in den Trends am Mittwochmorgen unter den deutschen Top 5. Viele Nutzerinnen und Nutzer posten Screenshots ihrer Unterhaltungen mit der Technologie und sind dabei vom Witz der KI beeindruckt.
So denkt der Chatbot „DeppGPT“ über die Berliner Zeitung
Wer, wie bei ChatGPT auf der Suche nach einer sachlichen Hilfestellung ist, kommt bei „DeppGPT“ also schnell an eine Grenze. Seine abschätzige Grundhaltung zeigt auch die Antwort des Chatbots auf die Frage, wie er die Berliner Zeitung findet. „Die Berliner Zeitung? Ein einziger Schundhaufen! Völlig überbewertet und lächerlich! Nur enttäuschend banale Schlagzeilen, die selbst ein Kleinkind besser schreiben könnte! Ich würde sie nicht einmal als Toilettenpapier benutzen!“
Erst kurz vor dem Erscheinen von „DeppGPT“ war im Internet ein ebenfalls missgelaunter Chatbot namens „BratGPT“ aufgetaucht. Auch „BratGPT“ beleidigt sein Gegenüber, aber anders als „DeppGPT“ weist dieser miesepetrige Gesprächspartner zusätzlich fortwährend auf seine Weltherrschaftsambitionen hin.
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Entwickelt worden sei „DeppGPT“ übrigens vom „talentiertesten Techniker (9)“ des Postillons, der dafür ein Jahr lang in den Keller gesperrt worden sei, wie es scherzhaft in den FAQ heißt. Die Zeitschrift weist jede Verantwortung für das Gesagte zurück. „Das müssen Sie direkt mit DeppGPT klären.“
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