Die Tierschutzorganisation Peta wirft einer Labrador-Zucht in Reinickendorf Tierquälerei vor. Ein Video zeigt eine Mitarbeiterin, die wiederholt mit einem Knüppel nach mehreren Hunden schlägt. Der Züchterin zufolge hat die Mitarbeiterin nur versucht, zwei streitende Hunde auseinanderzubringen. Der Anwohner, der Peta das Video geschickt hatte, sagt, er habe bereits mehrmals beobachtet, wie Hunde sowohl mit Gegenständen als auch mit Fäusten geschlagen und auf die Schnauze getreten wurden. Zudem habe er in den vergangenen Wochen mitbekommen, wie die im Video abgebildete Mitarbeiterin von Hunden zu Boden gerissen wurde und nach Hilfe schrie.
Jana Hoger von Peta bezeichnet die in dem Video gezeigten Misshandlungen als „erschreckend“. Die Organisation habe im Mai dieses Jahres bei der Berliner Polizei Strafanzeige gegen die Labrador-Züchterin erstattet. Hoger sagt: „Um weitere Gewalttaten zu verhindern, muss das Veterinäramt jetzt einschreiten.“ Reinickendorfs Ordnungsstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) bestätigt laut B.Z., dass die Ermittlungen aufgenommen seien, es habe bereits Kontrollen gegeben. Augenzeugen berichten außerdem, dass Welpen in einem Lieferwagen vermutlich aus dem Ausland importiert wurden und dass die Anzahl der Hunde auf dem Grundstück zu hoch sei. Obwohl es derzeit weniger Tiere sind, gibt es Berichte von bis zu 35 Hunden auf dem Gelände.
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Wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft will sich auch Peta selbst nicht darüber hinaus äußern. Peta-Fachreferentin Monic Moll hat erst am Montag erneut mit dem „Whistleblower“ gesprochen. Er habe gesagt, „dass sich nun weniger Hunde auf dem Gelände befinden und dass nun auch mit den jüngeren Hunden Gassi gegangen wird“. Das sei zuvor anders gewesen. Obwohl die Gesamtsituation sich verbessert habe, hoffe Peta immer noch auf „ein Durchgreifen der Behörden und ein Tierhalteverbot, um den Missbrauch an Hunden zukünftig zu verhindern“. Nach der Veröffentlichung des Videos habe sich eine Kundin der Reinickendorfer Labrador-Züchter gemeldet; sie berichtete vom Kauf eines kranken Welpen in Reinickendorf. Monic Moll stehe weiter mit ihr in Kontakt, um mehr herauszufinden.
Problematisch sei auch, sagt Jana Hoger, dass selbst seriöse Züchter mit der Anzahl und den Bedürfnissen der Hunde oft überfordert seien. „Uns erreichen immer wieder ähnliche Meldungen über Zuchtbetriebe, in denen Hunde vernachlässigt und gequält werden.“ Um Tierquälerei und Vernachlässigung zu vermeiden, sollten mehr Menschen adoptieren, anstatt rassenspezifische Hunde teuer zu kaufen, da „die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärft“. Jährlich werden in Deutschland 350.000 Tiere in ein Tierheim gegeben, von denen 20 bis 30 Prozent mehr als ein Jahr dort verbringen, bevor sie adoptiert werden: „Nicht selten sind die Hunde in kleinen Käfigen oder Zwingeranlagen gefangen“, sagt Hoger, „und körperlichem sowie psychischem Missbrauch ausgesetzt.“
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