Der kriminelle Wochenrückblick

Verbrühte Beamte, ein verletzter Polizeihund und ein fliegender Roller in Lichtenberg

In der zurückliegenden Woche ging es auf den Berliner Straßen wieder brutal zu. Unser Crime-Reporter zieht wie immer seine eigene Bilanz. Der kriminelle Wochenrückblick.

2 Min
Polizisten und Zollbeamte laden Spielautomaten auf einen Lkw. Die Geräte hatten bis dahin „steuerfrei“ gearbeitet.

Polizisten und Zollbeamte laden Spielautomaten auf einen Lkw. Die Geräte hatten bis dahin „steuerfrei“ gearbeitet.

© Morris Pudwell

Die zurückliegende kriminelle Woche begann mit einem Elektroroller, der in Lichtenberg von einer Brücke flog. Gegen 9.10 Uhr fuhr am Montag ein silberfarbener Mercedes auf der Straße Alt-Friedrichsfelde, als vor ihm ein E-Scooter aufschlug. Knapp konnte der Fahrer ausweichen. Jemand hatte den Roller von der Gensinger Brücke auf die Fahrbahn geworfen. Jetzt fahndet eine Mordkommission nach dem Täter. Der Aufruf der Polizei, der Mercedes-Fahrer möge sich bei den Ermittlern melden, blieb bislang unerhört.

In den vergangenen Tagen berichtete die Polizei über verschiedene Razzien. Unter anderem durchsuchten Polizisten am Mittwoch in Berlin und weiteren Bundesländern Wohnungen bei Verdächtigen, die Kinderpornos verbreitet beziehungsweise besessen haben sollen. Allein in Berlin wurden 25 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Unter den Verdächtigen ist auch ein 56-jähriger Beamter der Berliner Polizei.

Durchsucht wurden in der Nacht zum Donnerstag auch fünf Bars in Wedding. LKA, Zoll und Finanzamt beschlagnahmten 20 Kilo gepanschten Shisha-Tabak, schrieben eine Anzeige wegen Schwarzarbeit und schlossen ein Lokal wegen schwerer Gesetzesverstöße. Die Fahnder beschlagnahmten auch manipulierte Spielautomaten. Diese hatten bis dahin „steuerfrei“ gearbeitet und konnten vom Besitzer beliebig manipuliert werden.

Drei Polizisten und ein Hund wurden am Donnerstagnachmittag in Tiergarten verletzt. In einem Hochhaus am Lützowufer hatte ein 33-Jähriger einem Bekannten gegenüber Suizidabsichten geäußert und ihn aufgefordert, die Polizei zu rufen. Als die ersten Polizisten vor der Wohnung standen, öffnete der Mieter aber nicht, sondern forderte die Beamten auf, die Tür aufzubrechen. Das taten sie auch. Als sie die Wohnung betraten, schüttete der Mann aus einem Wasserkocher gezielt siedendes Wasser auf die Polizisten. Er stach fünfmal auf den SEK-Diensthund ein, der ihm zuvor ins Bein gebissen hatte, und schnitt sich dann mit dem Messer selbst noch in die Hand, bevor er überwältigt wurde. Die Polizisten erlitten Verbrühungen an den Unterarmen. Der lebensgefährlich verletzte Hund musste in einer Tierklinik notoperiert werden.

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