Man bekommt Max Kobosil zwar aus Berlin heraus, aber Berlin nicht aus Max Kobosil. Und so hatte auch die zweite Live-Fashionshow des Techno-DJs und Designers einen anständigen Härtegrad. Der manifestierte sich bereits in der Location auf dem gigantischen Mailänder Messegelände: eine spiralförmige Rampe aus Rohbeton, die sich in vielen Stockwerken in den Himmel schraubt und auf dem Dach in einen Parkplatz mündet.
In der mittigen runden Öffnung, in die man von hoch oben wie in das Auge einer Orkans schaute, war eine Installation aus flackernden Leuchtstoffröhren platziert. Sie formten die 44, eine Referenz an die alte Postleitzahl von Neukölln, wo Kobosil geboren wurde und nach der auch sein Modelabel benannt ist. Aus der Luft war der Anblick besonders imposant; über den Köpfen kreisend hielt eine Kameradrohne das Bild für das Show-Video fest.
Die Gäste reihten sich stehend von unten nach oben am Fahrbahnrand auf, während harte Beats bereits verkündeten, was das Stündlein geschlagen hatte: Party bis der Onkel Doktor kommt. Und daran konnte auch die romantisch untergehende Sonne nichts ändern, die das Dach-Areal in ein kitschiges Licht tauchte. Dann ging es los, und die Männerkollektion für den Sommer 2024 wurde von hastig vorbeieilenden Models präsentiert.
Die neue Sommerkollektion der 44 Label Group ist wieder extrem ravetauglich ausgefallen.
© 44 Label Group
Der Star der Looks war wieder das 44-Label-Group-T-Shirt in seiner typischen Optik. Darauf die von Kobosil entworfenen Schrift, bei der sich die Zahlen und Buchstaben wie aus Tape geklebt formen. Der Stylist Marc Goering hatte ganze Arbeit geleistet und das T-Shirt in allen erdenklichen Varianten an die top-gecasteten Models drapiert.
Außerdem wurden vor allem Hoodies, Shorts und Longsleeves präsentiert, alles was man für einen dreckigen Rave eben so braucht. Oder den „Abriss“, wie es in 44-Kreisen gerne formuliert wird. Die 44 Label Group hat viele Fans auf der ganzen Welt, für sie kann der Rave also auch in der nächsten Saison weitergehen. Apropos: Wer schon einmal in einem 44-Shirt gefeiert hat, der weiß, dass der hochwertige Stoff kaum Gerüche annimmt. T-Shirt ist eben nicht gleich T-Shirt.
So war die Prada-Show auf der Milan Fashion Week: Alien-Schleim und scheinbar echter Ziegenpelz
Pharrells Debütshow für Louis Vuitton: Beats auf der Brücke, Blingbling am Ohr
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]