Die Zeit der fallenden Immobilienpreise ist offenbar schon wieder vorbei – in Berlin wie in vielen anderen Städten. Das geht aus Angaben des Internetportals Immoscout24 zu den Angebotspreisen für Wohneigentum im zweiten Quartal dieses Jahres hervor, die jetzt veröffentlicht wurden.
Unterschieden wird dabei in Neubau und Bestand. Als Neubauten gelten all jene Wohnungen, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden sind. Als Bestand werden die Wohnungen bezeichnet, die älter als zwei Jahre sind.
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Eigentumswohnungen im Bestand und im Neubau haben sich laut Immoscout im zweiten Quartal in Berlin um jeweils ein Prozent verteuert. Die Angebotspreise für Einfamilienhäuser im Bestand zogen um 1,5 Prozent an, Einfamilienhäuser im Neubau verteuerten sich um 1,7 Prozent.
Für eine Eigentumswohnung im Bestand wurden in Berlin im zweiten Quartal im Schnitt Kaufpreise von 4602 Euro je Quadratmeter Wohnfläche aufgerufen, im Neubau sollten Käufer 6155 Euro je Quadratmeter bezahlen. Für Einfamilienhäuser im Bestand beliefen sich die Angebotspreise auf 4817 Euro je Quadratmeter, im Neubau wurden 5828 Euro je Quadratmeter verlangt.
Eingeflossen in die Untersuchung sind die Angebotspreise in Inseraten, die bei Immoscout veröffentlicht wurden. Zu welchem Preis die Immobilien am Ende verkauft wurden, geht daraus nicht hervor. Abweichungen sind möglich. Die Preise für Eigentumswohnungen beziehen sich auf eine 80 Quadratmeter große Dreizimmerwohnung. Das als Referenzgröße dienende Einfamilienhaus hat eine Größe von 140 Quadratmeter Wohnfläche und einen Grundstücksanteil von 600 Quadratmetern.
Preise sind über das ganze Jahr betrachtet gefallen
Trotz des leichten Anstiegs der Kaufpreise im zweiten Quartal dieses Jahres sind die Preise in Berlin im Verlauf eines ganzen Jahres unterm Strich gesunken – zwischen 1,6 Prozent für Eigentumswohnungen im Bestand bis zu 5,4 Prozent für Einfamilienhäuser im Bestand. Das heißt: Der starke Preiseinbruch im vergangenen Jahr konnte durch die nun wieder anziehenden Preise nicht ausgeglichen werden. Grund für das zwischenzeitliche Absinken der Preise war, dass die Nachfrage aufgrund der Entwicklung der Immobilienzinsen zurückging. Die Zinsen haben sich seit Anfang 2022 in etwa vervierfacht. Immoscout hat mit Stand vom Juli 2023 ein Zinsniveau von 3,8 Prozent für eine Immobilienfinanzierung über zehn Jahre ermittelt.
Für viele Haushalte, die vor der Zinswende an der Schwelle zum Erwerb von Wohneigentum standen, ist der Traum von den eigenen vier Wänden mit dem Zinsanstieg in weite Ferne gerückt. Doch mittlerweile scheinen sich die Kaufinteressierten zumindest teilweise auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Zum einen, weil die Zinsen weitgehend stabil bleiben. Zum anderen, weil der Druck auf dem Mietwohnungsmarkt gewachsen ist, da weniger Haushalte ins Eigentum gehen.
„Getrieben durch die hohe Konkurrenz auf dem Mietmarkt, dem damit verbundenen starken Anstieg der Mietpreise und der Stabilisierung der Finanzierungsrate, kehrt die Nachfrage nach Kaufimmobilien zunehmend zurück“, sagt Immoscout-Geschäftsführerin Gesa Crockford. „Noch liegen die Angebotspreise teilweise deutlich unter den Vorjahreswerten, allerdings sehen wir das zweite Quartal in Folge moderat steigende Preise“, sagt sie. Mit Blick auf die stockenden Neubauaktivitäten werde sich dieser Trend vermutlich fortsetzen. „Momentan ist auf dem Kaufmarkt noch ein Angebotsüberhang vorhanden, der Raum für Preisverhandlungen lässt“, sagt Crockford. „Es bleibt jedoch abzuwarten, wie lange diese Situation noch anhält.“
Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist in sechs Großstädten gestiegen
In sechs der sieben größten deutschen Städte ist laut Immoscout die Nachfrage nach Eigentumswohnungen weiter leicht gestiegen. In Berlin liegt die Nachfrage bereits über dem Vor-Corona-Niveau und auch Hamburg und München sind annährend auf dem Niveau von Ende 2019. Die Nachfrage nach Bestandswohnungen ging im zweiten Quartal lediglich in Düsseldorf leicht zurück, in Frankfurt am Main bei den Neubauwohnungen. Einfamilienhäuser erleben in allen großen Städten einen deutlichen Nachfragezuwachs. Das höchste Nachfrageplus verzeichnen Bestands-Einfamilienhäuser in München mit knapp 21 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal.
Bundesweit wachsen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Bestand und im Neubau sowie für Einfamilienhäuser im Bestand um 1,8 Prozent. Neubau-Einfamilienhäuser verteuern sich um 1,9 Prozent.
Auch in den sieben größten Städten steigen die Angebotspreise das zweite Quartal in Folge, wenn auch deutlich moderater als im deutschlandweiten Schnitt. Bestandswohnungen legen zwischen 0,5 und 1,4 Prozent zu, Neubauwohnungen verteuern sich zwischen 0,4 und 1,2 Prozent. Interessant: Im gleichen Zeitraum steigen die Preise in den erweiterten Umlandgemeinden der sieben größten Städte im Schnitt um 1,5 Prozent.
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München weist die höchsten Angebotspreise aus
In Köln und Düsseldorf verzeichnen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen mit 1,2 bis 1,4 Prozent sowohl im Neubau als auch im Bestand die deutlichste Preissteigerung unter den Großstädten. Trotzdem liegen die Angebotspreise in Köln für Bestandswohnungen noch 4,1 Prozent und für Neubauwohnungen 1,7 Prozent unter den Vorjahrespreisen. Den geringsten Preisanstieg sowohl für den Neubau als auch für den Bestand verzeichnen München, Frankfurt am Main und Stuttgart mit einem leichten Plus zwischen 0,4 und 0,6 Prozent. In München ist der Preisabschlag gegenüber dem Vorjahreszeitraum aktuell mit minus 6,4 Prozent am höchsten unter den sieben größten Städten.
Im Vergleich mit den anderen sechs Großstädten sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser in Berlin günstig. Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg und München sind noch teurer. Die bayerische Landeshauptstadt weist dabei mit Quadratmeterpreisen von 7381 Euro für Eigentumswohnungen im Bestand und mit 9483 Euro für Eigentumswohnungen im Neubau die höchsten Preise aus. Günstiger als Berlin ist bei Eigentumswohnungen lediglich Köln mit Quadratmeterpreisen von 4436 Euro im Bestand und mit 5782 Euro im Neubau. Bei Einfamilienhäusern ist Berlin sowohl im Bestand als auch im Neubau die günstigste der sieben größten Städte. München ist mit Quadratmeterpreisen von 8567 Euro im Bestand und mit 10.261 Euro im Neubau auch bei Einfamilienhäusern das teuerste Pflaster.
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