Mücken haben es echt nicht leicht. Nicht bei Menschen, nicht bei Tieren. Für viele Vögel und auch für Fische sind sie eine der Hauptnahrungsquellen. Und bei den allermeisten Menschen haben sie einen denkbar schlechten Ruf: Zwar stechen von den 28 heimischen Mückenfamilien nur drei – und bei denen auch nur die Weibchen. Trotzdem verfolgen und schlagen die Menschen fast jede erreichbare Mücke.
Am üblen Ruf wird sich so schnell nichts ändern: Aktuell machen wieder Schlagzeilen die Runde, dass sich auch in Deutschland die gefährliche Asiatische Tigermücke ausbreitet.
Das ist durchaus richtig, andererseits aber gar nicht so dramatisch, wie es erst einmal klingt. Die Tigermücke kann – und das ist durchaus ein Problem – mehr als 20 teilweise gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehören: das West-Nil-Virus, Gelbfieber, Dengue-Fieber und andere Fieberarten, die beim Menschen auch tödlich verlaufen können.
Mücken sind nervig, aber überlebenswichtig für die Menschheit
Tigermücken tragen auffällige weiße Streifen vor allem auf ihren langen dünnen Beinen. Eigentlich stammen diese Moskitos aus den Tropen Südostasiens. Doch sie sind klassische Profiteure des Klimawandels, breiten sich seit den 90er-Jahren immer weiter aus und sind besonders in Südeuropa aktiv. In den einst viel kühleren Regionen Nordeuropas werden sie ebenfalls heimisch– seit 2014 auch in Deutschland.
Hier gibt es kleine regionale Populationen vor allem im Süden. Der nördlichste deutsche Ort, in dem eine Tigermücke nachgewiesen wurde, ist Berlin. Die Daten werden gesammelt im bundesweiten Mückenatlas des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg, westlich von Berlin gelegen.
Tigermücken? Experten geben eine Art von Entwarnung
Die Insekten-Fachleute verweisen darauf, dass die Mücken an sich nicht gefährlich sind, dass sie also all die gefährlichen Krankheiten nicht per se in sich tragen. Wenn zum Beispiel eine hier heimische Asiatische Tigermücke – die ohnehin nur ein paar Tage lebt – das Dengue-Fieber in Deutschland übertragen sollte, dann muss sie zuvor hier in Deutschland erst einmal jemanden stechen, der bereits Dengue hat. Erst dann kann sich das Virus in der Mücke vermehren. Und beim nächsten Stich kann die Mücke die Krankheit an einen anderen Menschen weitergeben.
Es müssen also schon einige Faktoren zusammenkommen. Und nicht alle Mücken können alle Krankheiten übertragen. Sie müssen wie Schlüssel und Schloss zusammenpassen. Dennoch gehen die Fachleute davon aus, dass sich die asiatischen Mücken immer weiter ausbreiten und die potenziellen Gefahren langsam zunehmen.
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