War die vermeintliche Löwin aus Kleinmachnow doch nur ein Wildschwein? Die vorläufigen Ergebnisse der Analyse von Kot- und Haarproben deuten zumindest darauf hin. Wie eine Gemeindesprecherin am Montagnachmittag der Berliner Zeitung sagte, wies die Kotprobe „einen hohen Pflanzenanteil“ auf. Dies würde zur Theorie der Wildschwein-Sichtung passen, da diese Tiere Allesfresser sind. Löwen hingegen gelten als Fleischfresser, sogenannte Karnivoren.
Eine visuelle Auswertung der Haarprobe ergab zudem, dass diese „eher von einem Wildschwein als von einem Löwen stammt“, sagte Kleinmachnows Gemeindesprecherin Martina Bellack. Es handele sich bei dem gefundenen Haar um sehr festes, also borstiges Haar. Löwen hätten aber weiches Fell, so Bellack weiter. Dass es ein Wildschweinhaar ist, lasse sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen.
Da bei dem gefundenen Haar die Haarwurzel fehle, werde es am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Leipzig mit einem Löwenhaar verglichen. Diese Analyse sei aber sehr aufwendig und kompliziert, weshalb der abschließende Bericht noch etwas Zeit in Anspruch nehme.
Löwin in Berlin? Weiter Zweifel an Wildschwein-Theorie, Filmemacher spricht
Löwen-Suche in Berlin – Wildtierexperte ist sicher: „Es sind zwei Wildschweine“
Die Suche war am Donnerstag nach Bekanntwerden eines Zeugenvideos begonnen worden, auf dem nach erster Einschätzung der Polizei eine Löwin zu sehen war. Die Polizei suchte mit mehr als hundert Beamten, mit Hubschraubern, Wärmebildkameras und Fährtenhunden nach dem Raubtier. Während des 30-stündigen Einsatzes konnten jedoch keine gesicherten Beobachtungen gemacht werden.
Kleinmachnow soll von Wildschwein statt Löwin heimgesucht worden sein
Am Freitagmittag wurde der Einsatz abgebrochen, nachdem Experten nach Analysen der Bilder erklärt hatten, dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um eine Löwin, sondern um ein Wildschwein gehandelt habe. Nach Angaben des Bürgermeisters Michael Grubert (SPD) und der Polizei fanden sich keine Hinweise auf eine Löwin. Die Behörden sahen keine akute Gefahr mehr und hoben eine Warnung auf.
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte den Großeinsatz der Polizei trotz hoher Kosten verteidigt. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität“, sagte Stübgen der Deutschen Presse-Agentur.
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verteidigte die aufwändige Suche nach einer vermeintlichen Löwin am Stadtrand der Hauptstadt gegen Kritik. „Ich hätte gern die Nachrichten gesehen, wenn es dann doch eine Löwin gewesen wäre“, sagte er am Montag in den Fernsehsendern RTL und n-tv. „Stellen Sie sich vor, es wäre doch eine Löwin gewesen, die vielleicht sogar noch Kinder gerissen hätte.“ Es sei Aufgabe von Politik und Polizei, Sicherheit zu gewährleisten.
Auch er sei bei Ansicht des Videos nicht davon ausgegangen, dass es nur ein Wildschwein zeige, sagte Wegner. Letztlich sei es beruhigend, dass es sich am Ende anders darstelle. „Dass es ein Wildschwein war, das lässt doch aufatmen.“
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