Wirtschaft

Streit mit Indien: Kommt Chinas Präsident nicht zum G20-Gipfel?

Nach Putin könnte auch Xi dem wichtigen Treffen fernbleiben. Es wäre eine Schwächung der Brics-Staaten, die eine neue Weltwirtschaftsordnung anstreben.

Simon Zeise
Simon Zeise
2 Min
Chinas Präsident Xi Jinping und Indiens Premier Narendra Modi pflegen ein angespanntes Verhältnis.

Chinas Präsident Xi Jinping und Indiens Premier Narendra Modi pflegen ein angespanntes Verhältnis.

© Ajit Solanki/AP

Chinas Präsident Xi Jinping plant, nicht am G20-Gipfel teilzunehmen, der am 9. und 10. September in Neu-Delhi stattfindet. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf drei westliche Beamte. Es wäre das erste Mal, dass Xi ein Treffen der G20-Staats- und Regierungschefs auslässt.

Xis Abwesenheit dürfte als Rückschlag für die Regierung von Premierminister Narendra Modi gewertet werden, die den rotierenden G20-Vorsitz als Schaufenster für Indiens expandierende Wirtschaft und wachsendes geopolitisches Gewicht genutzt hat. Es verdeutlicht das fragile Verhältnis der beiden aufstrebenden Großmächte, die einerseits in dem Brics-Staatenbund gemeinsam eine neue Wirtschaftsordnung vorantreiben, andererseits aber gegeneinander um mehr Einfluss kämpfen.

Grenzkonflikte in der von beiden Staaten beanspruchten Kaschmir-Region heizen den Streit weiter an. Zuletzt manifestierte dieser sich dadurch, dass China den indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh und die Hochebene Aksai Chin im Himalaya offiziell als chinesisches Territorium auswies. 

Xis Nichtteilnahme wird auch die Hoffnungen auf ein mögliches Treffen mit US-Präsident Joe Biden bei der Veranstaltung zunichtemachen. Der G20-Gipfel wird von unzähligen Meinungsverschiedenheiten zwischen den westlichen Staaten und einigen Schwellenländern, darunter China und Russland, geprägt sein – insbesondere über den Krieg in der Ukraine.

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Doch es geht auch um die Vorherrschaft in Südostasien. „China will nicht, dass Indien einen erfolgreichen G20-Gipfel hat – so einfach ist das“, sagte Indrani Bagchi, Geschäftsführerin des Ananta Aspen Centre, einer indischen Denkfabrik, der FT. „Es hat eine Weile gedauert, bis Indien begriffen hat, dass sein Aufstieg von Peking mit Händen und Füßen bekämpft werden würde.“ Der russische Präsident Wladimir Putin habe ebenfalls nicht vor, an den G20-Gesprächen teilzunehmen, wie der Kreml letzte Woche mitteilte. Die Brics-Vertreter auf dem G20-Gipfel wären deutlich geschwächt.

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