Russland

Wirtschaftsforum in Wladiwostok: Putin nennt Russlands „absolute Priorität“ für das 21. Jahrhundert

Die Invasion in der Ukraine und westliche Sanktionen haben Russland auf den Osten umorientiert. Auf dem Eastern Economic Forum sagt der Kreml-Chef Putin, worum es ihm geht.

4 Min
Der russische Präsident Wladimir Putin mit dem Vizepremier des Staatsrats der Volksrepublik China auf dem Eastern Economic Forum in Wladiwostok, den 12. September 2023

Der russische Präsident Wladimir Putin mit dem Vizepremier des Staatsrats der Volksrepublik China auf dem Eastern Economic Forum in Wladiwostok, den 12. September 2023

© Roscongress Foundation/AP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf dem Eastern Economic Forum (deutsch: Östliches Wirtschaftsforum) an der russischen Pazifikküste in Wladiwostok seine Pläne für das 21. Jahrhundert vorgestellt.

Der Kreml-Chef hat dabei die Entwicklung des Fernen Ostens hervorgehoben. „Die Entwicklung der fernöstlichen Regionen ist für das gesamte 21. Jahrhundert unsere absolute Priorität“, betonte Putin in seiner Rede auf einer Plenarsitzung des Forums. Eine weitere strategische Priorität sei die Arktis.

Eastern Economic Forum in Wladiwostok: Putin zeigt sich optimistisch

Zu den eingeladenen Gästen gehören chinesische Staatsleute, aber auch der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un. Das Wirtschaftsforum wurde 2015 erstmals von Putin veranstaltet und dient bis heute dazu, die Entwicklungen der Länder im Osten zu analysieren und gemeinsame Pläne zu entwickeln.

In den letzten Jahren seien moderne Ansätze für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Regionen des Fernen Ostens entstanden, sagte Putin weiter. Auch ein regulatorischer und rechtlicher Rahmen sei vorhanden. Putin verwies dabei auch auf Steuervergünstigungen, die Eröffnung einer Reihe von Unternehmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind laut Putin Verträge im Wert von 7,3 Billionen Rubel abgeschlossen worden, von denen 3,4 Billionen bereits investiert wurden. Zu verdanken sei das den russischen Behörden, die viel für die wirtschaftliche Entwicklung im Fernen Osten getan hätten.

Putin fügte hinzu, dass die Dynamik der Investitionen im Fernen Osten dreimal schneller als die gesamtrussische Zahl sei. „Betrug das Wachstum der Anlageinvestitionen im ganzen Land von 2014 bis 2022 13 Prozent, so waren es im Fernen Osten 39 Prozent. Dies spiegelt sich auch in den Produktionsmengen wider – auch das Industriewachstum im Fernen Osten liegt über dem russischen Durchschnitt“, so Putin.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Trotz Sanktionen: Der russische Handel erholt sich 

Die vermeintlichen Gesamterfolge der russischen Wirtschaft, darunter das vom IWF prognostizierte Wachstum von 1,5 Prozent für dieses Jahr, dürfen einen nicht täuschen. Ökonomen verweisen auf die Effekte der Kriegswirtschaft, die alles andere als nachhaltig sind. Der steigende Handel mit den Ländern in Asien spielt jedoch eine wichtige Rolle für die Einnahmen des russischen Staatshaushaltes.

Im April dieses Jahres sagte Juri Trutnew, Putins Gesandter für den Föderalen Distrikt Fernost (FEFD) und stellvertretender Premierminister, dass der Ferne Osten viele Vorteile habe, aber diese von den russischen Bürgern bisher noch nicht wahrgenommen werden. Dennoch scheint sich der russische Handel von den auferlegten Sanktionen zu erholen. Laut einer kürzlich erschienenen Datenauswertung des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft, dem Kiel Trade Indicator, erreichen die Aktivitäten in Russlands Häfen seit Ausbruch des Kriegs einen neuen Höchststand. Nicht nur chinesische Banken überschwemmen Russland dabei nach dem Rückzug des US-Dollars mit Geld: Auch Russlands größte Privatbank, Alfa-Bank, plant eine Expansion nach China. 

Russland exportiert so viel nach China wie noch nie

Die drei größten russischen Containerhäfen St. Petersburg, Noworossijsk und eben auch Wladiwostok, erreichen nach Berechnungen der Daten Werte, die Russland zuletzt 2021 aufweisen konnte. Auch die russischen Exporte nach China haben vor kurzem einen neuen Rekord erreicht. Russland wurde bereits im ersten Halbjahr 2023 zum Spitzenreiter bei den Öllieferungen nach China und überholte Saudi-Arabien. Auch die russischen Gaslieferungen nach China steigen kontinuierlich.

Das Wirtschaftsforum wird noch bis zum 13. September andauern. Weitere Themenschwerpunkte sind der Handel, Investitionen, Infrastruktur, Energie, Tourismus, Bildung und Kultur. Laut Trutnew nehmen rund 7000 Personen am Wirtschaftsforum teil, darunter führende Beamte aus China und Laos.

Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns! [email protected]

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner