China

3,93 Billionen Yuan für Forschung: Wohin China sein Geld steckt – und wer dafür zahlt

China hat 2025 rund 3,93 Billionen Yuan für Forschung ausgegeben, 8,2 Prozent mehr als 2024. Welche Branchen und Regionen das Geld bekommen.

3 Min
Chinas Forschungsausgaben stiegen 2025 auf 3,93 Billionen Yuan – 77,4 Prozent davon entfielen auf Unternehmen. (Symbolbild)

Chinas Forschungsausgaben stiegen 2025 auf 3,93 Billionen Yuan – 77,4 Prozent davon entfielen auf Unternehmen. (Symbolbild)

© Arne Dedert/dpa

3,92882 Billionen Yuan, umgerechnet rund 521,5 Milliarden Euro: So viel hat China 2025 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das sind 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Nationale Statistikamt mitteilte.

Erstmals über dem OECD-Schnitt

Die Forschungsintensität, also der Anteil der FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt, stieg um 0,11 Punkte auf 2,80 Prozent. Damit liegt China erstmals über dem OECD-Durchschnitt von 2,72 Prozent und weltweit auf Rang zwölf, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Über die fünf Jahre des 14. Fünfjahresplans von 2021 bis 2025 wuchsen die Ausgaben im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr. Nach eigener Darstellung ist das Land damit der zweitgrößte Forschungsinvestor der Welt.

Unternehmen tragen mehr als drei Viertel

Den größten Block stellen die Unternehmen: 3,03944 Billionen Yuan (gut 4,5 Milliarden Euro) oder 77,4 Prozent der Gesamtsumme. Erstmals überschritten sie die Marke von drei Billionen Yuan. Zum Zuwachs steuerten sie 73,7 Prozent bei.

Staatliche Forschungsinstitute kamen auf 457,23 Milliarden Yuan (11,6 Prozent), Hochschulen auf 340,73 Milliarden Yuan (8,7 Prozent). Am schnellsten wuchsen die Hochschulen mit 11,1 Prozent, die Unternehmen legten um 7,7 Prozent zu.

Grundlagenforschung wächst – bleibt aber klein

In die Grundlagenforschung flossen 283,46 Milliarden Yuan, ein Plus von 13,3 Prozent. Das Wachstum lag damit 5,1 Punkte über dem der Gesamtausgaben. Gemessen am Budget sind es aber nur 7,21 Prozent.

Der Löwenanteil entfällt weiter auf die experimentelle Entwicklung: 3,2012 Billionen Yuan oder 81,5 Prozent, ein Zuwachs von 8,4 Prozent. Die angewandte Forschung kam mit 444,16 Milliarden Yuan auf ein mageres Plus von 3,2 Prozent.

Elektronik, Elektrotechnik, Autos

In der Industrie führt die Computer-, Kommunikations- und Elektronikfertigung mit 526,38 Milliarden Yuan. Dahinter folgen elektrische Ausrüstung mit 268,9 Milliarden, die Autoindustrie mit 237,25 Milliarden, Spezialmaschinen mit 142,63 Milliarden und allgemeiner Maschinenbau mit 140,13 Milliarden Yuan.

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Gemessen am Umsatz forscht die Pharmabranche am intensivsten: 5,13 Prozent. Es folgen Instrumententechnik mit 3,92 Prozent, Spezialmaschinenbau mit 3,71 Prozent sowie Luft-, Raum-, Schienen- und Schiffstechnik mit 3,31 Prozent.

Drei Regionen bündeln fast 60 Prozent

Die Region Peking-Tianjin-Hebei gab 536,82 Milliarden Yuan aus (plus 10,3 Prozent), das Jangtse-Delta 1,22 Billionen (plus 8,7 Prozent), Guangdong 551,04 Milliarden Yuan (plus 8,1 Prozent). Zusammen sind das 58,8 Prozent aller Ausgaben in China, 0,4 Punkte mehr als 2024.

Über 200 Milliarden Yuan kamen aus sechs Regionen: Guangdong, Jiangsu, Peking, Zhejiang, Shandong und Shanghai. Die höchste Forschungsintensität hatte Peking mit 7,10 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung.

Der Staat zahlt weniger mit, als viele denken

Die öffentlichen Ausgaben für Wissenschaft und Technologie lagen bei 1,31845 Billionen Yuan, ein Plus von 4,4 Prozent oder 55,53 Milliarden Yuan. Davon stammten 33,9 Prozent von der Zentralregierung und 66,1 Prozent von lokalen Haushalten.

Statistiker Luo Qiushi kündigte an, die Gesamtausgaben weiter zu erhöhen und ein Finanzsystem für Wissenschaft und Technik aufzubauen, das zum Innovationsbedarf passt. Fördermittel sollen dabei als Lenkungsinstrument wirken.

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