Musik

Pianist Igor Levit vom Internationalen Auschwitz Komitee ausgezeichnet

Für sein Engagement gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus erhielt er die "Gabe der Erinnerung". Der Künstler nutzt die Gelegenheit, seine "Wut über die mediale und politische Realität" auszudrücken.

OAZ
2 Min
Der Pianist Igor Levit (rechts) neben dem Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum bei der Veranstaltung des Intenationalen Auschwitz-Komitees im Maritim Hotel in Berlin.

Der Pianist Igor Levit (rechts) neben dem Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum bei der Veranstaltung des Intenationalen Auschwitz-Komitees im Maritim Hotel in Berlin.

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Er sei dankbar für die Auszeichnung, in ihm sei aber auch eine große Wut über die mediale und politische Realität. „Die Tatsache, dass in diesem Land demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker in den Rücktritt gezwungen werden, weil sie von anonymen oder nicht anonymen Faschisten bedroht werden und dass das nicht täglich Seite 1 ungefähr von 80 Prozent der Zeitungen dieses Landes Thema ist, löst in mir eine Wut aus, die kann ich ihnen gar nicht beschreiben“, sagte Levit, der 1995 nach Deutschland gekommen war.

Igor Levit lässt sich von Drohungen nicht einschüchtern

Der russisch-deutsche Pianist (Jahrgang 1987), der sich immer wieder öffentlich gegen Judenhass und Rassismus wendet, spreche offen von der Angst, die er empfindet, seit man ihn selbst mit Mord bedroht habe, würdigte das Komitee. Levit wolle sich von diesen Drohungen aber nicht einschüchtern lassen. Die Auszeichnung Opus Klassik, die er im Oktober vergangenen Jahres erhielt, hatte er in seiner Dankesrede damals all jenen gewidmet,  "die seit Jahren still oder laut gegen Rechtsextremismus, gegen Antisemitismus, gegen Islamophobie und gegen Anti-Feminismus kämpfen . All diese Begriffe eint nämlich dies: die absoloute Menschenverachtung."

Der Musiker erhielt auch die „Gabe der Erinnerung“, eine Statue mit dem Buchstaben „B“ aus der Aufschrift „Arbeit macht frei“ über dem Tor des Vernichtungslagers Auschwitz. Häftlinge hatten den Buchstaben heimlich auf den Kopf gestellt, als sie das Schild auf Befehl der SS fertigen mussten. Die Idee für die Statue geht auf die französische Künstlerin Michèle Déodat zurück. Ausgezeichnet wurden bisher damit unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zuletzt erhielt die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Pia Findeiß, die Auszeichnung.

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