Interview mit Mateo von Culcha Candela

Mit "cooler Hackfresse" ins Fernsehen

Bei Künstlern kann man schnell mal den Überblick verlieren. Der Mitbegründer und Sänger der Berliner Band Culcha Candela („Hamma!“) nennt sich wahlweise Itchyban, Itchy oder Mateo. Neben seinem Hauptberuf als Musiker ist er Moderator, Juror, Coach, Produzent – und neuerdings Schauspieler.

BLZ
3 Min
Mateo ist Itchy bei Culcha Candela.

Mateo ist Itchy bei Culcha Candela.

© Henning Kaiser Lizenz

Die Schauspielerei passt einfach zu mir. Ich war schon immer ein Selbstdarsteller, der Klassenclown der Schule. Außerdem bin ich begeisterter Kinogänger und liebe Filme. Der Anfang ist bereits gemacht: Für den Animationsfilm „Rio“ habe ich 2011 als Synchronsprecher gearbeitet.

Verlassen Sie für die neue Karriere Ihre Band Culcha Candela?

Nein, natürlich nicht. Ich bin seit über zehn Jahren dabei und finde das Musikerdasein super. Die Band hat erste Priorität. Unsere Bühnenshows und Musikvideos sind ja auch eine Art Schauspielerei. Das alles füllt mich aber nur bedingt aus.

Sie haben moderiert, waren Coach bei Casting-Shows. Mit Culcha Candela haben Sie 600 Konzerte gegeben. Wo bleibt da Zeit für Dreharbeiten?

Das geht alles. Ich brauche nicht mehr als vier Stunden Schlaf pro Nacht und hatte Bock, mal was Neues auszuprobieren. Viele Menschen sagen, dass ich unterhaltsam sei, eine Rampensau. Es interessiert mich einfach, wie es wohl wäre, in diesem rechteckigen Kasten stattzufinden. Ich habe einer Freundin davon erzählt, die hat mir einen Termin bei einer Berliner Schauspielagentur vermittelt, die Leute wie Jimi Blue Ochsenknecht unter Vertrag hat.

Und dort wurden Sie gleich aufgenommen?

Die Freundin hat zwar ein gutes Wort für mich eingelegt, aber ich musste schon noch was tun. Ich habe selber Kurzfilme aufgenommen, mit mir als Russenmafiosi, als schwuler Friseur oder als Salsalehrer Julio aus Kuba, der mit tiefer Stimme und spanischem Akzent die Frauen verführt.

Und Julio hat die Agenturchefin überzeugt?

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Sie fand das super cool und hat mich aufgenommen. Sie sagte, ich hätte eine coole Hackfresse und komödiantisches Talent.

Also sehen wir Sie demnächst im dritten Teil von „Männerherzen“?

Da würde ich natürlich nicht Nein sagen. Am liebsten würde ich aber extreme Charaktere spielen, eine Transsexuelle oder einen osteuropäischen Mafiosi. Da ich in Polen geboren bin, habe ich die Akzente alle drauf. Mich reizt es, in andere Rollen zu schlüpfen. Deswegen möchte ich auch keinen Musiker spielen. Der bin ich ja schon.

Haben Sie Vorbilder?

Al Pacino und Robert de Niro in ihren Paraderollen als Mafiosi finde ich ganz toll. Jack Nicholson ist auch ein super Typ, besonders in seinen jüngsten Filmen als alter Mann.

Nehmen Sie Schauspielunterricht?

Bislang nicht, aber wenn es verlangt wird, bin ich bereit, mich privat mit einem Lehrer auf die Rolle vorzubereiten.

Gab es denn schon Angebote?

Im März hätte ich eine kleine Sprechrolle bei der ZDF-Krimireihe „Nachtschicht“ haben können. Aber da war ich gerade mit Culcha Candela auf Tour, das ließ sich mit den Drehterminen nicht vereinbaren. Demnächst spiele ich auf jeden Fall im Video zu unserer neuen Single „Von allein“ mit, die Anfang Mai rauskommt. Und ich hoffe natürlich auf neue Angebote.

Interview: Anne Vorbringer

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