BERLIN. Kleine und mittelständische Unternehmen, die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten sind, werden vom Land Berlin finanziell unterstützt. Die Investitionsbank Berlin (IBB) stellt zur Überbrückung krisenbedingter Engpässe ein Kreditvolumen von 50 Millionen Euro zur Verfügung. Das hat der Senat auf seiner Sitzung am Montag beschlossen, wie gestern bekannt wurde.Stellenabbau steht bevorEigentlich unterstützt die 2004 aus der Landesbank Berlin herausgelöste IBB überwiegend Investitionen kleiner und mittelständischer Unternehmen. Doch an große Investitionen ist derzeit bei den meisten Berliner Firmen nicht zu denken. Nach Angaben von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) ist die Nachfrage nach Investitionskrediten 2009 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 25 Millionen Euro eingebrochen. Die Firmen haben mit Auftragsrückgängen und Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen. Zusätzlich leiden sie unter der restriktiven Kreditvergabe der Privatbanken.Deshalb soll die IBB nun weniger Zuschüsse verteilen und stattdessen lebensnotwendige Kreditspritzen geben. Maximal soll eine Firma rund fünf Millionen Euro zu günstigen Zinssätzen abrufen können. Die überwiegend kleinen Berliner Unternehmen bräuchten aber nur je ein paar Hunderttausend Euro, so die Erwartung. Wolf machte deutlich, dass es nicht darum gehe, kränkelnde Unternehmen zu subventionieren. "Wir wollen gesunde Firmen durch die Krise bringen", sagte er. Damit zeigt sich der Senat innerhalb weniger Tage großzügig. Erst vor einer Woche hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) Investitionen für die Kitas von rund 73 Millionen pro Jahr verkündet.Wolf sagte, dem Wirtschaftssenat seien mit Ausnahme von Quelle in Berlin keine größeren Insolvenzfälle bekannt. Er höre aber von Unternehmen, die große Probleme hätten und über Stellenabbau nachdächten. Namen nannte er nicht, er sprach lediglich von der Metallbranche. Die Talsohle der Krise sei erreicht, aber von Aufschwung könne man noch nicht sprechen. (sab.)
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