Gesundheitssystem

64.000 Ärzte in Deutschland haben keinen deutschen Pass: Verdopplung der Anzahl seit 2014

Zahl ausländischer Mediziner steigt schnell an. Sie sind im Durchschnitt deutlich jünger als die deutschen Kollegen. Mehr als ein Drittel Ärzte älter als 55 Jahre.

Kai Kleinwächter
Kai Kleinwächter
3 Min
Inzwischen haben fast 25 Prozent der Ärzte in Deutschland einen Migrationshintergrund.

Inzwischen haben fast 25 Prozent der Ärzte in Deutschland einen Migrationshintergrund.

© IMAGO / Funke Foto Services

In deutschen Praxen und Kliniken arbeiten so viele ausländische Ärzte wie nie zuvor. Rund 64.000 der insgesamt 497.000 Mediziner in der Human- und Zahnmedizin besaßen im Jahr 2024 keinen deutschen Pass. Das entspricht einem Wert von 13 Prozent. Noch zehn Jahre zuvor lag die absolute Zahl bei 30.000. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Zählt man eingebürgerte Zugewanderte hinzu, ist der Anteil noch deutlich höher: Insgesamt 121.000 Ärztinnen und Ärzte sind aus dem Ausland nach Deutschland gekommen, knapp ein Viertel der gesamten Ärzteschaft. Über 40 Prozent von ihnen leben seit weniger als zehn Jahren im Land.

Mediziner aus dem Ausland verjüngen die Ärzteschaft

Auffällig ist die Altersstruktur: Knapp die Hälfte der ausländischen Mediziner war 2024 jünger als 35 Jahre, bei den deutschen Kolleginnen und Kollegen traf das nur auf 18 Prozent zu. Das ist relevant, weil fast ein Drittel aller Ärzte 55 Jahre und älter ist und in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden dürfte.

Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesamt rund 7.000 ausländische Abschlüsse in der Humanmedizin als gleichwertig anerkannt. Die größte Gruppe stellten dabei mit 21 Prozent Deutsche, die im Ausland studiert hatten. Besonders über ein Studium in Österreich oder Ungarn können hiesige Zulassungsbeschränkungen umgangen werden. Zweitgrößte Gruppe waren syrische Ärztinnen und Ärzte.

Anzahl der Studienanfänger steigt deutlich an

Trotz des Personalzuwachses bleibt die Arbeitsbelastung hoch. Ärztinnen und Ärzte arbeiteten 2024 rund sechs Stunden mehr als Erwerbstätige insgesamt. In der Chirurgie lag die Vollzeitarbeitszeit sogar bei knapp 50 Wochenstunden. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten unter Medizinern von 15 auf 28 Prozent fast verdoppelt.

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Derzeit steigt die Anzahl der Studienanfänger im Bereich der Humanmedizin deutlich an. Gegenüber dem Jahr 2014 stieg die Anzahl der Studienanfänger um 30 Prozent. Die Bundesstatistik betont, dass diese Entwicklung gegen den allgemeinen Trend läuft. Die Zahl der Studienanfänger über alle Gruppen hinweg sank um drei Prozent. (mit dpa und epd)

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