Abbrennen einer Baracke in Bergen-Belsen: Die britische Armee ist schockiert, als sie das Lager Bergen-Belsen befreit. Die Zustände sind so unbeschreiblich, dass die Baracken abgebrannt werden, nachdem die Verhältnisse dokumentiert und die Überlebenden anderenorts untergebracht sind.
© Imperial War Museum, London/Bert Hardy
Die Berliner Zeitung berichtet am 24.5.1945
KZ Belzen niedergebrannt. London, 22. Mai. In Gegenwart früherer Lagerinsassen wurden gestern die gesamten Gebäude des Konzentrationslagers Belzen [sic!] niedergebrannt. Nach Ansicht der Alliierten Behörden würde das Fortbestehen des Lagers weite Gebiete Norddeutschlands mit schwerer Seuchengefahr bedroht haben. Wo sich das Lager befand soll ein Gedenkstein errichtet werden, um für künftige Generationen das Andenken an die von Nazis begangenen Grausamkeiten wachzuhalten.
Erinnerung an die Konzentrationslager
Nach der Befreiung dienen die ehemaligen Konzentrationslager der Rekonvaleszenz der völlig erschöpften Häftlinge. Gleichzeitig zwingen die Alliierten benachbarte Anwohnerinnen und Anwohner, die Lager zu besuchen. Parallel hierzu findet eine Beweissicherung statt.
Einweihung der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“: Im September 1958 wird die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ eingeweiht. Dabei wird eine monumentale Denkmalanlage errichtet; gleichzeitig werden viele originale Baracken auf dem Gelände des Lagers abgerissen.
© Gedenkstätte Buchenwald, Weimar/Bernd Schäfer
Einige Lager sind so verseucht, dass sie rasch abgerissen werden, andere werden geplündert und abgebrochen. Die Baracken wieder anderer Lager – wie Dachau oder Flossenbürg – werden von befreiten Holocaustüberlebenden oder Flüchtlingen aus dem Osten des untergegangenen Reichs bewohnt. In der sowjetischen Besatzungszone nutzt das sowjetische Innenministerium bzw. der Geheimdienst einige KZ als Speziallager.
Gedenktafel für ein lange vergessenes Außenlager: Lange wird die Existenz eines Außenlagers des KZ Neuengamme an und in der Porta Westfalica verschwiegen. Erst 1992 wird ein Gedenkstein eingeweiht. Heute engagiert sich der Verein „KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica“ dafür, hier eine Gedenkstätte aufzubauen.
© Dieter Lehmann/Porta Westfalica
Ende der 1950er-Jahre werden in der DDR die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten aufgebaut. In der BRD kümmern sich vor allem Häftlingskomitees um die Stätten. Viele ehemalige Konzentrationslager werden aber erst in den 1990er-Jahren – oder sogar noch später – wiederentdeckt.
Chronik
Befreiung – Abriss oder Weiternutzung der Lager für „Displaced Persons“ oder Flüchtlinge
1945/1946
Etablierung von Speziallagern des Sowjetischen Innenministeriums
1952
Einweihung eines Gedenksteins in Bergen-Belsen
1958-1961
Einweihung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätten Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen
1965
Errichtung der Gedenkstätte Dachau
1981
Errichtung der Gedenkstätte Neuengamme
1995
Errichtung der Gedenkstätte Flossenbürg
2013
Eröffnung des Gedenkortes SA-Gefängnis Papestraße (in Berlin)
2019
Nach langer Diskussion scheint die Zukunft eines Gedenkortes auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenburg bei Chemnitz gesichert
Die Berliner Zeitung vom 24. Mai 1945
© Archiv Berliner Zeitung
Texte und Bilder sind größtenteils aus der gemeinsamen Ausstellung Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und Aktives Museum, Am Großen Wannsee 56 - 58, 14109 Berlin. Öffnungszeiten montags bis sonntags 10 bis 16 Uhr. Die Tafeln sind auch im Foyer des Berliner Verlags, Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin, bis zum 30. Juni in der Zeit von 10 bis 15 Uhr zu sehen.
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