Kommentar

Verkehr: Die Zivilisierung der Leipziger Straße

Die Idee, eine Lärm- und Abgasschneise in ein Idyll zu verwandeln, ist löblich. Doch es wird sich zeigen, ob die Umgestaltung anderswo zusätzliche Belastungen erzeugt.

2 Min
Eine Schlucht voller Lärm und Abgase: Die Leipziger Straße in Mitte. 

Eine Schlucht voller Lärm und Abgase: Die Leipziger Straße in Mitte. 

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Was in diesem Teil des Stadtzentrums stattfinden soll, ist eine Verkehrsrevolution. Eine Schlucht voller Lärm und Abgase, die heute noch zu den unwirtlichsten Straßen Berlins gehört, soll in einen angenehmen Ort verwandelt werden – mit insektenfreundlichen Pflanzen, breiten Radtrassen, sanierten Gehwegen.

Leistungsfähige Ost-West-Verbindung bricht weg

Man könnte es allerdings auch so sehen: Ein wichtiger, heute noch stark genutzter Teil der Berliner Infrastruktur wird seine jetzige Funktion künftig nicht mehr erfüllen. Als derzeit trotz aller Einschränkungen immer noch leistungsfähige Ost-West-Verbindung kann die Leipziger Straße nicht mehr dienen, auch nicht mehr als Route, die Stadtviertel entlastet.

Natürlich ist es löblich, eine Lärm- und Abgasschneise in ein Idyll verwandeln zu wollen. Klar ist auch, dass viele Berliner Radfahrer schon seit vielen Jahren darauf warten, sich auf dieser Strecke endlich gefahrlos bewegen zu können. Vielleicht wird der Umbau dazu beitragen, dass der Autoverkehr im Zentrum insgesamt zurückgeht – was schön wäre und nicht unrealistisch ist. Doch es wird sich zeigen, ob die Umgestaltung anderswo zusätzliche Belastungen erzeugt. Auch in Berlin wird privater Kraftfahrzeugverkehr auf absehbare Zeit eine Rolle spielen. Dieser Erkenntnis müssen sich die Planer stellen.

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