Fahrgäste von BVG-Bussen stehen von Donnerstag an vor verschlossenen Vordertüren.
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Mit den Vorkehrungen reagiert nun auch das größte kommunale Verkehrsunternehmen Deutschlands auf die Ausbreitung des Coronavirus’. Damit soll die „Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung beim Fahrscheinverkauf und dem damit verbundenen Geldwechsel sowohl für das Fahrpersonal als auch für die Fahrgäste minimiert werden“, heißt es in Schusters Anweisung.
Wiener Linien öffnen bei jedem Halt alle U-Bahn-Türen
Absperrbänder sollen jeglichen Kontakt der Passagiere mit dem Fahrer verhindern.
BVG-Fahrgäste haben damit keine Möglichkeit mehr, im Bus einen Fahrschein zu kaufen – weshalb sich Beobachter bereits über „Freifahrten für alle“ freuten. „Weiterhin gilt, dass alle Fahrgäste einen gültigen Fahrausweis haben müssen“, betonte BVG-Sprecherin Petra Nelken. Auch vor Corona sei es vorgekommen, dass Technik ausfiel und in Bussen keine Tickets mehr verkauft werden konnten. „Fahrgäste werden in solchen Fällen gebeten, sich beim Umsteigen einen Fahrschein zu besorgen“, erklärte Nelken. Viele Fahrgäste hätten ohnehin Umweltkarten, oder sie nutzen bereits Handytickets.
Die Verkehrsmittel der BVG werden an Arbeitstagen im Schnitt für rund drei Millionen Fahrten genutzt, die S-Bahnen für rund 1,4 Millionen Fahrten. Damit ist der Nahverkehr mit Abstand die größte tägliche Massenveranstaltung in dieser Region. „Die Diskussion, ob wir uns im Zeichen von Corona den Weiterbetrieb von Bussen und Bahnen leisten können, werden wir sicher auch in Berlin bekommen“, sagte Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB. Die Entscheidung müsse Experten überlassen werden – beim Robert-Koch-Institut und in den Verwaltungen.
Bei den Wiener Linien öffnen U-Bahnen bei jedem Stationshalt stets alle Türen, damit Fahrgäste die Türtaster nicht anfassen müssen. „So etwas ist bei uns leider nicht möglich“, sagte Petra Nelken. Berlins U-Bahnen seien zu alt. Wie berichtet beträgt das Durchschnittsalter der Berliner U-Bahn-Wagen rund 28 Jahre.
Busfahrer hatten immer wieder bemängelt, dass sie jeden Tag aufs Neue Risiken eingehen. "So bald sich der erste BVGer wegen Corona krank meldet, werden viele andere ebenfalls den gelben Schein einreichen", hieß es in BVG-Kreisen.
Wiener Linien öffnen bei jedem Halt alle U-Bahn-Türen
Bislang hatte die BVG nicht mit Maßnahmen auf die Virusausbreitung reagiert. Anders als zum Beispiel bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) und den Wasserbetrieben würden Versammlungen und andere größere Treffen weiterhin stattfinden, sagte ein BVG-Mitarbeiter. Forderungen, die Fahrzeuge häufiger als bisher zu desinfizieren, stießen auf resignative Reaktionen. Kurz darauf wären Busse und Bahnen gleich wieder verkeimt, hieß es.
Frühere Nahverkehrsfahrzeuge in Berlin hätten Haltestangen und Türgriffe aus Messing gehabt, das eine keimtötende Wirkung habe, sagte Wieseke.
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