Fünfmal umbenannt wurde sie im politischen Wandel der Zeiten. Und da ist sie immer noch! Selbstbewusster und gefragter denn je. Nicht abgewickelt, wie es 1990/91 fast passiert wäre wegen der Konkurrenz im wiedervereinten Berlin, wo es im Westteil schon eine ältere Kunsthochschule, die HdK (heute UdK) gab.
Heute heißt der Weißenseer Campus (Corporate-Design-gemäß klein geschrieben) „weißensee kunsthochschule berlin“. Man muss weit raus zu ihr, in die Bühringstraße. Sie liegt genug entfernt vom Lärm und den flüchtigen Ablenkungen der Citys Ost wie West. Links und rechts vom pavillonartigen Entree haben der Bildhauer Jürgen von Woyski und die Malerin Toni Mau in den 1950ern die Reliefs und den Umlauf-Fries hinterlassen: figürlich und modern stilisiert.
Im Frühjahr 1946 haben in Weißensee Visionäre im Geiste des unter den Nazis verbotenen Bauhauses die „Kunstschule des Nordens“ gegründet. Anders als an klassischen Kunstakademien ging es darum, einen niedrigschwelligen Zugang zum Studium für alle sozialen Milieus zu schaffen. Dahinter stand ein klarer Selbstauftrag für einen demokratischen und antifaschistischen Neuanfang aus Berlins Ruinen, verbunden mit der interdisziplinären Bauhaus-Idee. Doch schon ein Jahr später wollte man eine „Hochschule für angewandte Kunst“ und 1953, vier Jahre nach DDR-Gründung, plötzlich eine repräsentable Hochschule für bildende und angewandte Kunst.
Jubiläum
Kunsthochschule Berlin-Weißensee: Aus der Bauhaus-Vision gegründet, drei Jahre vor der DDR
Seit 80 Jahren gehört sie als Markenzeichen fest zu Berlin-Weißensee: die Kunsthochschule Ost-Berlins. So spannend war ihre Geschichte im Wandel der Zeit.
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Noch einen Studentenplausch, ehe es gleich regnet: Vorm Eingang zur„weißensee kunsthochschule berlin“, Bühringstraße
© Heike Overberg
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