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Mediation im Job: Der gemeinsame Weg aus dem Konflikt

Unstimmigkeiten verursachen hohe Folgekosten im Unternehmen. Mittels Mediation lassen sich Lösungen finden, mit denen alle leben können.

OAZ
3 Min
Ein Mediator kann helfen, um bei Konflikten die Kommunikation wieder aufzunehmen.

Ein Mediator kann helfen, um bei Konflikten die Kommunikation wieder aufzunehmen.

© imago images / Ikon Images

„Die Mediation ist ein Weg, um bei Konflikten die Kommunikation wieder aufzunehmen. Ziel ist es, zu Lösungen zu kommen, die von allen Beteiligten akzeptiert werden“, erklärt Annette Walter, die als Psychologin bei Tüv Rheinland unter anderem Mediationsprozesse in Unternehmen begleitet. Die Mediatorin oder der Mediator ist dabei unparteiisch. Deren Aufgabe ist es, den Prozess zu strukturieren und zu moderieren. Sie studieren die Akten, wägen die Umstände ab und geben den Beteiligten die Möglichkeit, ihre jeweilige Sicht der Sachlage darzustellen. Das Ziel ist die Beilegung von Konflikten auf der sachlichen, aber auch auf der persönlichen Ebene.

Verborgene Spannungen durch Mediation erkennen

Worum es bei einem Konflikt geht, ist nicht immer offensichtlich. Daher ist es für Mediatoren wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen: Sie studieren die Akten, wägen die Umstände ab und geben den Beteiligten die Möglichkeit, ihre jeweilige Sicht der Sachlage darzustellen.

Wer ist beteiligt? Seit wann gibt es das Problem und wie hat es sich entwickelt? Verbirgt sich hinter dem erkennbaren Konflikt ein weiteres Spannungsfeld? Wie sehr haben sich die jeweiligen Fronten bereits verfestigt? Welche Ziele verfolgen die Konfliktbeteiligten? „Für die Lösung des Problems ist die Wahl der richtigen Unterstützungsmethode wichtig. Dabei können unsere Psychologen verschiedene Methoden wie Mediation, Beratung und Coaching anbieten, denn nicht immer ist eine Mediation der richtige Weg“, betont Walter. Das Ziel ist die Beilegung von Konflikten auf der sachlichen, aber auch auf der persönlichen Ebene.

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Nicht jeder Konflikt kann durch Mediation beigelegt werden. „Es kommt auf den Zeitpunkt an, zu dem die Mediation in Anspruch genommen wird. Je frischer der Konflikt ist, desto weniger Verletzungen sind wahrscheinlich vorgefallen und desto besser kann geheilt werden. Je älter und verknöchertet ein Konflikt hingegen ist und je mehr Menschen aus dem Umfeld bereits integriert sind, desto aufwendiger wird die Mediation“, erklärt Stephanie Huber, Gründerin und Geschäftsführerin von „Konsensation“ und Mediatorin mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement.

Mediation hilft, Perspektivenwechsel wieder zu ermöglichen

Und wie läuft eine Mediation nun ab? Zu Beginn erklärt der Mediator, was im Mediationsverfahren auf die beiden Parteien zukommt. Dabei wird noch einmal die neutrale Rolle als Vermittler betont. Bei einer professionellen Mediation wird in dieser ersten Phase eine schriftliche Mediationsvereinbarung getroffen, um Ziele festzuhalten und die Beteiligung beider Seiten zu sichern.

Im ersten Schritt sucht der Mediator das Gespräch mit jedem einzelnen Konfliktbeteiligten: Wie ist die Sicht dieser Person auf den Sachverhalt? Besteht eine Unstimmigkeit zwischen Gruppen im Unternehmen, beispielsweise zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung, werden auch diese einzeln gehört. So können die zugrunde liegenden Themen erkannt und benannt werden.

Es folgt in der Regel ein gemeinsames Gespräch. Dabei geht es dann darum, den Konflikt auf einer rationalen Ebene zu verstehen. Die Sichtweisen der Parteien werden mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden beleuchtet. Oft ergibt sich daraus schon ein Kompromiss, der durchaus die angestrebte Lösung sein kann. Der Mediator wird Alternativen hinterfragen und überprüfen.

„Wie lange ein Mediationsprozess dauert, ist unterschiedlich. Im Durchschnitt sind drei bis fünf Termine notwendig. Wichtig ist  im Anschluss auch ein Bilanzgespräch nach spätestens drei Monaten. Es zeigt, ob die Lösungen Bestand haben und erlaubt, falls nötig, nachzubessern“, so Walter.

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