Forschung

Virologe Drosten: Lüften wichtiger als Desinfizieren und Wischen

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse weisen auf eine Ansteckungsmöglichkeit über feine Schwebeteilchen in der Luft hin. Laut Drosten müssen deshalb möglicherweise Richtlinien angepasst werden.

OAZ
1 Min
Der Virologe Christian Drosten.

Der Virologe Christian Drosten.

© dpa/Christophe Gateau

„Ab irgendeinem Zeitpunkt brauchen wir einfach vielleicht auch eine große Überarbeitung unserer jetzigen Richtlinien anhand neuaufkommender Vorstellungen zum Infektionsmechanismus.“ Dazu müsse man jetzt anerkennen, dass die Aerosolübertragung eine wichtige Rolle spiele. 

Wie die dpa weiter berichtet, sagte Drosten mit Blick auf geschlossene Räume, „im Alltag sollte man sich eher vielleicht aufs Lüften konzentrieren und weniger auf das ständige Wischen und Desinfizieren“. Schon Mitte Mai hatte der Virologe im NDR-Podcast zur Wiederöffnung von Restaurants gesagt, der Außenbereich sei als relativ sicher einzustufen und ein Zwei-Meter-Abstand wahrscheinlich gar nicht notwendig.

Wie viele Viren verbreitet sich auch Sars-CoV-2 durch die Luft. Als Tröpfcheninfektion, aber auch in Form sogenannter Aerosol-Partikel. Das sind kleinste Schwebeteilchen. Inzwischen gehen Forscher davon aus, dass auch über diese Aerosole eine Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Virus besteht.

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