Reichstenliste-2026

8,5 Millionen Euro weg – jeden Tag: Porsche-Familie verliert ein Fünftel ihres Vermögens

Reichstenliste 2026: Das Manager Magazin schätzt das Vermögen der Familie Porsche auf 12,4 Milliarden Euro – 3,1 Milliarden weniger als 2025.

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Wolfgang Porsche mit Gabriele zu Leiningen bei der „Carmen“-Premiere der Salzburger Festspiele im Juli 2026. Das geschätzte Vermögen der Familie Porsche ist binnen eines Jahres um 3,1 Milliarden Euro geschrumpft.

Wolfgang Porsche mit Gabriele zu Leiningen bei der „Carmen“-Premiere der Salzburger Festspiele im Juli 2026. Das geschätzte Vermögen der Familie Porsche ist binnen eines Jahres um 3,1 Milliarden Euro geschrumpft.

© Imago

Die Familie Porsche hat binnen eines Jahres rund 3,1 Milliarden Euro verloren. Das Manager Magazin schätzt ihr Vermögen in der neuen Liste der 500 reichsten Deutschen auf 12,4 Milliarden Euro, nach 15,5 Milliarden im Vorjahr. Zuerst hatte t-online darüber berichtet.

Umgerechnet sind das rund 8,5 Millionen Euro pro Tag. Das Minus liegt bei etwa 20 Prozent, in der Rangliste steht die Familie jetzt auf Platz 17.

Warum die Porsche-Familie Milliarden verliert

Das Geld der Porsches steckt in einer Holding, die selbst keine Autos baut. Die Porsche Automobil Holding SE in Stuttgart hat das Sagen bei Volkswagen und hält eine Sperrminorität an der Porsche AG.

Im ersten Halbjahr 2026 musste die Holding ihr VW-Paket um drei Milliarden Euro abwerten, die Porsche-Anteile um weitere 200 Millionen. Statt 300 Millionen Euro Gewinn wie im Vorjahreszeitraum stand ein Verlust von 2,2 Milliarden Euro.

Abgeflossen ist dabei kein Geld. Die Abschreibungen sind nicht zahlungswirksam, sie zeigen vor allem, wie wenig der Markt Volkswagen derzeit zutraut.

Holding-Chef Hans Dieter Pötsch sieht den Wolfsburger Konzern an einem historischen Wendepunkt. Er drängt auf eine schnelle Entscheidung über das VW-Sparprogramm.

Porsche AG verdient mehr, verkauft aber weniger Autos

Beim Sportwagenbauer sieht die Bilanz zunächst freundlicher aus. Laut Halbjahresbericht stieg das operative Ergebnis von 1,01 auf 1,35 Milliarden Euro, die operative Umsatzrendite von 5,5 auf 7,8 Prozent.

Ein guter Teil davon ist Rechenkosmetik. 2025 hatte Porsche rund 800 Millionen Euro für den Umbau und die korrigierte E-Auto-Strategie verbucht, im ersten Halbjahr 2026 waren es nur noch etwa 100 Millionen.

Beim Absatz geht es weiter bergab. Porsche lieferte 122.306 Fahrzeuge aus, 16,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz sank auf 17,23 Milliarden Euro.

Für das Familienvermögen zählt ohnehin vor allem Volkswagen. Dort brach der Nettogewinn im ersten Halbjahr fast um ein Drittel ein.

Porsche und Piëch: Auch in Österreich schmilzt das Vermögen

Die Dynastie hat zwei Familienstämme, und seit den Nachkriegsjahren ist sie auch in Salzburg verwurzelt. Das österreichische Wirtschaftsmagazin trend führt die Familien Porsche und Piëch gemeinsam auf Platz zwei, mit geschätzt 31 Milliarden Euro.

Auch dort ging es abwärts, um rund 2,5 Milliarden Euro. Vorn liegt seit dem Vorjahr Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz.

Gegeneinander aufrechnen lassen sich die Zahlen aus Hamburg und Wien nicht. Beide Rankings nutzen eigene Methoden und Stichtage.

Reichstenliste 2026: Boehringer verdrängt Lidl-Gründer Schwarz

An der Spitze der deutschen Liste steht erstmals die Eigentümerfamilie von Boehringer Ingelheim, mit geschätzt 66,7 Milliarden Euro. Dieter Schwarz, jahrelang die Nummer eins, folgt mit 53,7 Milliarden. Insgesamt zählt das Magazin 257 Milliardärinnen und Milliardäre, so viele wie nie.

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Porsche streicht 5.000 Stellen in Zuffenhausen und Weissach

Bis 2035 sollen in Zuffenhausen und Weissach weitere 5.000 Stellen wegfallen, vor allem über Altersteilzeit und Aufhebungsverträge. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2035 ausgeschlossen, 2,1 Milliarden Euro fließen in die beiden Standorte.

Die Beschäftigten zahlen trotzdem mit: Tariferhöhungen werden teilweise einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt. Bei den Eigentümern steht der Verlust in einer Schätzung, bei der Belegschaft auf dem Lohnzettel.

Wie es weitergeht, will Porsche noch im Oktober mit der Strategie „Sportwagenschmiede 35“ erklären.

Wie das Manager Magazin Vermögen schätzt

Die Beträge sind Schätzungen. Das Magazin bewertet Firmenanteile, Immobilien und Wertpapiere und stützt sich dabei auf Register sowie Gespräche mit Banken und Vermögensverwaltern.

Börsennotierte Anteile gehen mit dem Kurs eines Stichtags ein, in den Vorjahren lag er Mitte September. Notiert die VW-Aktie an diesem Tag schwach, schlägt das direkt auf das Porsche-Vermögen durch.

Die Familie will diese Abhängigkeit verringern und baut die Porsche SE zur Investmentplattform um, etwa mit Anteilen am Drohnenhersteller Quantum Systems. Solange Volkswagen den Großteil des Portfolios ausmacht, entscheidet sich der Reichtum der Porsches aber in Wolfsburg.

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