Verkehr

9-Euro-Ticket: Wann zahlt die BVG ihren Stammkunden Geld zurück?

Monat für Monat verzichtet das Landesunternehmen auf 25 Millionen Euro. Jahreskarteninhaber müssen aber noch warten, bis die Rückerstattungen beginnen.

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Ein Geheimtipp für alle, denen es in diesem Sommer zu heiß ist: Der tief gelegene U-Bahnhof Museumsinsel der BVG in Mitte, der Ende 2020 ans Netz ging, garantiert moderate Temperaturen.

Ein Geheimtipp für alle, denen es in diesem Sommer zu heiß ist: Der tief gelegene U-Bahnhof Museumsinsel der BVG in Mitte, der Ende 2020 ans Netz ging, garantiert moderate Temperaturen.

© imago/Jürgen Ritter

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) lassen sich das 9-Euro-Ticket einiges kosten. Jetzt hat das Landesunternehmen erstmals einen Betrag genannt, in welchem Umfang die Stammkunden während der drei Gültigkeitsmonate entlastet werden. Es teilte auch mit, wann die Besitzer von BVG-Jahreskarten mit Rückzahlungen rechnen können.

Der Tankrabatt versickerte zum Teil in den Kassen der Mineralölunternehmen. Dagegen profitieren die Fahrgäste des ÖPNV direkt vom 9-Euro-Ticket. Noch bis Ende August kann man für neun Euro pro Kalendermonat in ganz Deutschland den Nah- und Regionalverkehr nutzen. Was viele immer noch nicht wissen: Auch Abonnementstickets und Jahreskarten gelten in dieser Zeit bundesweit. Wer zum Beispiel ein Umweltkartenabo oder ein Seniorenticket für Berlin hat, darf automatisch ohne weiteres Zutun zum Baden an die Müritz, zum Radfahren an die Weser oder zum Wandern in die Sächsische Schweiz reisen – vorausgesetzt, er oder sie benutzt ausschließlich Regionalzüge.

Trotz Corona: Zahl der Abonnenten bei der BVG weiterhin sehr hoch

Doch was die Stammkunden freut, belastet die Verkehrsunternehmen mit Einnahmeverlusten. Wer ein Abo besitzt, bekommt pro Monat nur noch neun Euro abgebucht, Inhaber von Jahreskarten bekommen automatisch die Differenz zu neun Euro pro Monat zurückgezahlt. „Bei den Abonnements mit monatlicher Zahlung findet die Erstattung laufend, also im entsprechenden Monat des Aktionszeitraums, durch eine entsprechend reduzierte Abbuchung statt. Bei den Jahreszahlern erfolgt die Erstattung ab Ende August“, erklärte BVG-Sprecher Markus Falkner.

Die BVG muss auf viel Geld verzichten. „Die Erstattungen belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro brutto je Monat, die aber natürlich ausgeglichen werden durch die öffentliche Hand“, so Falkner. Dass es in Berlin längst gelungen ist, viele Stammkunden für den Nahverkehr zu gewinnen, zeigen die aktuellen Zahlen der BVG – die sich nach coronabedingten Einbrüchen inzwischen wieder erholt haben. „Die BVG hat zurzeit rund 860.000 Abonnenten“, teilte der Sprecher mit. „Davon sind rund 125.000 Kunden Jahreszahler.“ Weil also auch deren Zahl solide sechsstellig ist, wird es dem Vernehmen nach einige Zeit dauern, bis alle Jahreskarteninhaber Geld zurückbekommen.

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Wie sind die Stammkunden der BVG auf die einzelnen Ticketarten verteilt? Rund 385.000 haben Umweltkarten, teilte das Unternehmen mit. Auf Platz zwei folgen die 360.000 Inhaber von Schülerkarten. Den dritten Platz nehmen Senioren ein: 77.000 Besitzer des VBB-Abo 65plus stehen in der Kundenkartei der BVG. Azubi- und 10-Uhr-Karten folgen auf den beiden hinteren Plätzen.

Das Sonderangebot, das die Bürger von Mobilitätskosten entlasten soll, erreicht auch in der Hauptstadtregion eine hohe Marktabdeckung. Allein bis Mitte Juni wurden in Berlin und Brandenburg 1,4 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft.


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