Die unbekannten Täter kontaktierten die Frau per Telefon und brachten sie dazu Gold im Wert von mindestens 100.000 Euro auszuhändigen.
Laut Polizei gingen die Täter in mehreren Schritten vor: Zunächst erhielt die Frau einen anonymen Anruf eines Mannes, der sich als Bankmitarbeiter ausgab. Er erklärte der Seniorin, dass ihm eine Unregelmäßigkeit bei einer Überweisung aufgefallen sei. Im Verlauf des Gesprächs lenkte der Anrufer das Thema gezielt auf einen angeblichen Goldkauf der Geschädigten und erkundigte sich, ob das Edelmetall sicher verwahrt sei.
Unmittelbar danach folgte ein zweiter Anruf – diesmal von einer Frau, die sich als Polizeibeamtin ausgab. Sie erklärte der 90-Jährigen, dass sie Opfer einer Betrugsmasche geworden sei und die Telefone der Täter bereits überwacht würden. Die Polizei müsse das vorhandene Gold nun in sichere Verwahrung nehmen, so die falsche Beamtin.
Kurze Zeit später erschien ein bislang unbekannter Mann an der Wohnanschrift der Seniorin und forderte das Gold ein. Die Frau übergab ihm das gesamte Kilogramm Edelmetall. Der Tatverdächtige verließ daraufhin die Örtlichkeit und entfernte sich in unbekannte Richtung.
Polizei ermittelt: Ein Kilogramm Gold an Betrüger übergeben
Zu dem tatverdächtigen Abholer liegt bislang nur eine grobe Personenbeschreibung vor: Er soll groß und schlank gewesen sein und lockige Haare getragen haben.
Die Vorgehensweise der Täter folgt einem bekannten Schema, das unter dem Begriff „falscher Polizeibeamter" bekannt ist. Dabei arbeiten mehrere Personen arbeitsteilig zusammen: Anrufer bauen am Telefon Vertrauen und Druck auf, während ein sogenannter Abholer vor Ort die Wertgegenstände entgegennimmt.
Echte Polizeibeamte oder Bankmitarbeiter fordern niemals am Telefon dazu auf, Bargeld, Gold oder andere Wertgegenstände an Unbekannte zu übergeben oder zur Abholung bereitzulegen.
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