Luftverkehr

„Irgendwann muss man sagen: So schön es war, es hat keinen Sinn mehr.“

Bald wird Verkehrsleiter Andreas Berger zum zweiten Mal erleben, wie ein Berliner Flughafen stillgelegt wird. Doch die Schließung von Tegel wird ihm nicht so nahegehen, sagt er

6 Min
Andreas Berger im obersten Geschoss des Tegeler Flughafengebäudes. Noch stehen Flugzeuge und Gerätschaften der Bodenverkehrsdienste auf dem Vorfeld – aber viel weniger als noch vor einem halben Jahr.

Andreas Berger im obersten Geschoss des Tegeler Flughafengebäudes. Noch stehen Flugzeuge und Gerätschaften der Bodenverkehrsdienste auf dem Vorfeld – aber viel weniger als noch vor einem halben Jahr.

© Berliner Zeitung/ Markus Wächter

In etwas mehr als drei Monaten wird Andreas Berger zum zweiten Mal die Schließung eines Flughafens miterleben. Doch obwohl er in Tegel 36 Jahre lang gearbeitet hat und obwohl er dort als einer von zwölf Verkehrsleitern vom Dienst eine Schlüsselstellung einnimmt, wirkt der 58-Jährige distanziert. „Ich glaube nicht, dass ich wieder einen emotionalen Kater erleben werde“, sagt er. „Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sagen muss: So schön es war, es hat keinen Sinn mehr.“ Die Schließung von Tempelhof habe den größeren Schmerz erzeugt: „Dort hatte der Flugverkehr eine andere Qualität.“ Keine Low-Cost-Flieger. Mehr Geschichte, mehr Emotionen. Im Juli 2006 parkten rund 320 Flugzeuge, die Passagiere zum WM-Finale gebracht hatten, auf jedem verfügbaren Quadratmeter in THF. Das war das schönste Erlebnis auf Bergers Berufsweg.

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