Wenn der australische Historiker A. Dirk Moses die Annahme von der Singularität des Holocaust als „Katechismus der Deutschen“ bezeichnet, darf man also kaum davon ausgehen, dass er damit die diskursive Offenheit der geschichtspolitischen Debatten der letzten Jahre zu preisen beabsichtigt. Vielmehr meinte Moses in polemischer Diktion zuletzt einen ins Religiöse tendierenden Kult diagnostizieren zu können, in dem auf geradezu panische Art und Weise an der Singularität des Holocaust festgehalten werde. Die Erinnerung an den Holocaust als Zivilisationsbruch sei für viele das moralische Fundament der Bundesrepublik, heißt es einleitend zu Moses’ Ausführungen in dem deutsch-schweizer Portal „Geschichte der Gegenwart“, das Moses’ Essay veröffentlichte. Den Holocaust mit anderen Genoziden zu vergleichen, gelte den Deutschen als Häresie, als Abfall vom rechten Glauben. Und in apodiktischer Manier schließt Moses: „Es ist an der Zeit, diesen Katechismus aufzugeben.“
Debatte
Angriff auf die Einzigartigkeit des Holocaust
Mit steilen Thesen hat der australische Genozidforscher A. Dirk Moses einen neuen Historikerstreit entfacht. Ein erster Versuch, die Debatte zu verstehen.
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Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin besteht aus 2711 Betonquadern.
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