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A-Trane Berlin - Einer der renommiertesten Jazzclubs weltweit seit 1992

Internationale Jazzgrößen, außergewöhnliche Konzertabende und eine besondere Clubatmosphäre – dafür steht das A-Trane seit über 30 Jahren.

Knut Hertel
5 Min
Die schönsten Jazzabende erkennt man daran, dass die Zeit für einen Moment langsamer vergeht.

Die schönsten Jazzabende erkennt man daran, dass die Zeit für einen Moment langsamer vergeht.

© A-Train

Es gibt Abende, an denen Berlin ein bisschen wie New York klingt. Hinter einer unscheinbaren Tür in Berlin-Charlottenburg liegt ein Ort, an dem der Jazz seit mehr als drei Jahrzehnten zu Hause ist. Der Verkehr rauscht weiter durch die Kantstraße. Drinnen reicht ein einziger Ton, und die Stadt bleibt für einen Augenblick vor der Tür. Plötzlich zählt nur noch die Musik. Das A-Trane gehört zu jenen seltenen Clubs, die man nicht einfach besucht. Man erinnert sich an sie.

Wo die Nacht dem Jazz gehört

Herbie Hancock. Diana Krall. Marcus Miller. Wynton Marsalis. Brad Mehldau. Till Brönner. Sie alle standen auf der Bühne des A-Trane. Doch kaum jemand spricht hier von Vergangenheit. Jazz lebt vom nächsten Abend, vom nächsten Solo, von jener Improvisation, die nur ein einziges Mal entsteht.

New York hat den A Train. Berlin hat das A-Trane. Hinter dem Namen steckt ein Wortspiel aus der legendären New Yorker U-Bahn-Linie, die Jazzmusiker von Harlem nach Downtown brachte, und John Coltrane – einem der einflussreichsten Jazzmusiker des 20. Jahrhunderts.

Das renommierte US-Jazzmagazin DownBeat empfahl das A-Trane in seinem internationalen Guide „212 Great Jazz Venues“ als eine der weltweit bedeutenden Jazz-Adressen.

Jeder große Jazzclub hat seinen eigenen Charakter

Im A-Trane trägt er den Namen Sedal Sardan. Jazz hört der Inhaber, wie er selbst sagt, „aus dem Bauch heraus und mit dem Herzen“. Vielleicht ist genau das sein Geheimnis. Er vertraut weniger auf Konzepte als auf Menschen - auf Musiker, die sich willkommen fühlen, und auf Gäste, die gern wiederkommen. Manche kommen wegen der Musik. Viele bleiben wegen der Atmosphäre.

Jazzlegende Herbie Hancock mit Sedal Sardan im A-Trane Berlin.

Jazzlegende Herbie Hancock mit Sedal Sardan im A-Trane Berlin.

© Sedal Sardan

Für Sedal beginnt der Respekt vor der Musik nicht erst auf der Bühne. „Wenn Balladen gespielt werden, wird es im A-Trane still. Der Barkeeper. Der Service. Niemand redet. Musik braucht Respekt.“

Ebenso wichtig ist ihm, dass Kunst Raum für Neues behält. Zeitgenössischer Jazz, Avantgarde und ungewöhnliche musikalische Ideen gehören für ihn selbstverständlich dazu. „Kunst darf nicht zu kurz kommen. Aus Kunst entstehen Ideen.“ Musiker, die den Mut hätten, neue Wege zu gehen und nach neuen Klangbildern zu suchen, prägten oft die Entwicklung des Jazz. Gerade deshalb verdienten sie Unterstützung.

Für Sedal haben Jazzclubs auch einen Auftrag. Sie müssten diese Musik so präsentieren, dass sie auch die nächste Generation erreicht. Deshalb gibt er jungen Talenten - etwa Studierenden des Jazz-Instituts Berlin (JIB) - bewusst eine Bühne, auch dann, wenn sie noch kaum jemand kennt. Genau das gehört für ihn zum Selbstverständnis eines Jazzclubs: Wer möchte, dass Jazz lebendig bleibt, müsse auch den Menschen eine Bühne geben, die ihn morgen prägen werden.

Warum Jazz live erlebt werden muss

Kein Solo gleicht dem anderen, keine Improvisation lässt sich wiederholen. Vielleicht liegt genau darin der Zauber eines Jazzabends.

Irgendwann hört der Raum gemeinsam zu. Ein Blick zwischen zwei Musikern, ein unerwartetes Solo, ein Lächeln auf der Bühne – und plötzlich entsteht etwas, das sich nicht planen und nicht wiederholen lässt.

Ein Abend im A-Trane

Die Türen öffnen sich. Erste Gespräche erfüllen den Raum. Stammgäste begrüßen sich, Besucher aus aller Welt suchen ihren Platz. Ein Glas Wein wird eingeschenkt, an der Bar ein Bier gezapft. Auf der Bühne stimmt ein Musiker sein Instrument, während durch die großen Fenster die Lichter der Bleibtreustraße vorbeiziehen. Dann betreten die Musiker die Bühne - und plötzlich wird es still.

Im A-Trane gleicht kein Abend dem anderen. Mal sorgt ein internationaler Star für ausverkaufte Reihen, mal entdeckt das Publikum einen jungen Künstler, über den vielleicht schon bald die Jazzszene spricht. Gerade diese Mischung macht den Reiz des Clubs aus.

Wer das A-Trane kennenlernen möchte, findet montags einen besonderen Einstieg. Der Eintritt ist frei, das Programm bleibt bewusst offen. Es geht weniger um bekannte Namen als darum, den Club und seine Atmosphäre zu entdecken.

Programm und Reservierungen

Das aktuelle Programm finden Sie auf der Website des A-Trane. Dort können Sie auch Sitzplätze reservieren. Reservierungen sind ausschließlich online möglich und gelten bis 15 Minuten vor Konzertbeginn. Sollten Sie einen Termin einmal nicht wahrnehmen können, freut sich das Team des A-Trane über eine kurze Absage, damit der Platz an andere Gäste vergeben werden kann. Da das A-Trane nur 85 Plätze bietet, ist eine frühzeitige Ticketbuchung meist die bessere Wahl. Sie sichert den Platz und erleichtert dem Club zugleich die Planung der Konzertabende.

A-Trane Jazzclub. Bleibtreustraße 1, 10625 Berlin-Charlottenburg. Das Programm, Reservierungen und weitere Informationen unter a-trane.de.


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