Ab dem 18. Februar 2027 gilt in der EU eine neue Regel für Handy-Akkus. Smartphones und Tablets sollen dann so gebaut sein, dass Nutzer den Akku selbst wechseln können, mit handelsüblichem Werkzeug und ohne Werkstatt.
Wer deshalb mit dem Handykauf bis nach Weihnachten warten will, sollte vorher genau hinsehen. Die Regel hat eine Ausnahme, und gerade teure Smartphones können sie nutzen.
Was die EU-Batterieverordnung ab 2027 vorschreibt
Grundlage ist Artikel 11 der EU-Batterieverordnung aus dem Jahr 2023. Danach müssen eingebaute Akkus vom Endnutzer entnommen und ersetzt werden können. Wärme oder Lösungsmittel zum Lösen von Klebstoff sollen dafür nicht nötig sein, wie Caschys Blog zusammenfasst.
Hersteller müssen außerdem Ersatzakkus und eine Anleitung zum Tausch bereitstellen. Die Pflicht betrifft nicht nur Handys, sondern zum Beispiel auch E-Reader und tragbare Spielkonsolen.
Die Ausnahme: Wasserdichte Handys dürfen verklebt bleiben
Für Smartphones und Tablets gibt es einen Ausweg. Ist das Gerät staub- und wasserdicht nach Schutzklasse IP67 und hält der Akku lange genug, darf er fest verbaut bleiben. Dann reicht es, wenn eine Fachwerkstatt ihn wechseln kann.
Lange genug heißt: Nach 1000 Ladezyklen müssen noch mindestens 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität übrig sein. Alternativ genügen 83 Prozent nach 500 Zyklen.
1000 Ladezyklen entsprechen bei täglichem Laden fast drei Jahren. Apple gibt schon seit dem iPhone 15 an, dass der Akku diesen Wert schafft, wie das Portal iphone-ticker berichtete. Wasserdicht nach IP67 oder IP68 sind viele aktuelle Oberklassegeräte ohnehin. Ob die Hersteller die Ausnahme nutzen, haben sie bislang nicht angekündigt.
Billige Handys müssen sich am stärksten ändern
Spürbar wird die Pflicht vor allem bei günstigen Einsteigerhandys. Sie sind oft nicht wasserdicht. Hersteller müssen solche Geräte ab Februar 2027 also besser abdichten oder den Akku zugänglich machen, wie der Ratgeber von infranken.de erklärt.
Smartphones mit Wechselakku gibt es schon heute, etwa von Fairphone. Wer darauf Wert legt, muss also nicht bis 2027 warten.
Handy jetzt kaufen oder bis 2027 warten?
Für die meisten lohnt sich das Warten nicht. Wer ein Oberklassehandy will, muss damit rechnen, auch nach dem Stichtag einen verklebten Akku zu bekommen. Interessant wird 2027 vor allem für Käufer günstiger Geräte, die den Akku selbst tauschen wollen.
Aussagekräftiger als jeder Stichtag ist das EU-Energielabel. Es steht seit Juni 2025 auf der Verpackung und auf der Produktseite im Onlineshop. Dort ist angegeben, wie viele Ladezyklen der Akku schafft, bis er auf 80 Prozent fällt. Vorgeschrieben sind mindestens 800, gute Geräte liegen deutlich darüber.
Daneben zeigt das Label eine Reparierbarkeitsklasse von A bis E. Je besser die Note, desto leichter kommt eine Werkstatt an den Akku.
Akku tauschen statt neues Handy kaufen
Seit dem 20. Juni 2025 müssen Hersteller Ersatzteile wie Akkus noch sieben Jahre nach Verkaufsende eines Modells anbieten, berichtet das Technikmagazin Techbook. In den ersten fünf Jahren müssen sie innerhalb von fünf Werktagen geliefert werden.
Wer mit seinem Handy eigentlich zufrieden ist, sollte deshalb vor einem Neukauf prüfen, ob ein neuer Akku reicht. Beim iPhone steht die verbliebene Kapazität unter Einstellungen, Batterie, Batteriezustand. Viele Android-Geräte zeigen sie in den Akku-Einstellungen an.
Liegt der Wert deutlich unter 80 Prozent, ist der Tausch in der Werkstatt meist die günstigere Lösung als ein neues Gerät.
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