Für Kenneth Lewis muss die Rückzahlung der 45 Milliarden US-Dollar an Staatshilfen eine Genugtuung sein. Steckte der Noch-Chef der Bank of America auf dem Höhepunkt der Finanzkrise doch eine Menge Prügel für seine Entscheidung ein, das schwer angeschlagene Invenstmenthaus Merrill Lynch & Co zu schlucken. Verbunden mit internen Problemen aus dem Immobilien-Geschäft geriet die stolze Bank of America selbst an den Rand des Zusammenbruchs.Gleich zwei Mal musste Lewis bei Onkel Sam die Hand aufhalten. Im Oktober 2008 besorgte er 25 Milliarden US-Dollar aus dem TARP-Rettungsfonds. Im darauf folgenden Januar gab Washington der Bank of America weitere 20 Milliarden US-Dollar. Damit gehört die in Charlotte, North Carolina, ansässige Bank zu den sieben größten Empfängern staatlicher Hilfen und unterliegt strengster Regulierung.Nach massiver Kritik an seiner Amtsführung kündigte Lewis den Rückzug aus der Chefetage bis Ende des Jahres an. Nun hat er den Ehrgeiz, saubere Bücher zu hinterlassen. Möglich machen es Barreserven in Höhe von 26,2 Milliarden US-Dollar, die das Institut durch ihre Wertpapiergeschäfte an der Wall Street anhäufen konnte. Hinzu kommen 18,8 Milliarden Dollar von privaten Geldgebern, die ihre Zurückhaltung aufgegeben haben, in die Finanzindustrie zu investieren."Ein Meilenstein, der zeigt, dass das Eingreifen der öffentlichen Hand Erfolg hatte, unserer Industrie und der Wirtschaft auf die Beine zu helfen", lobt Lewis die Staatshilfen. Eine Sicht, die Analysten an der Wall Street teilen, die in der Rückzahlung ein Symbol für die Gesundung des Bankensystems sehen.Die US-Regierung hat mit der Ankündigung der Bank of America bis Jahresende insgesamt schon mehr als 70 Milliarden US-Dollar von 42 Banken aus dem Rettungspaket zurückerhalten. Analysten erwarten eine Signalwirkung auf die andere große Hilfeempfänger des Staates wie die Citigroup, GMAC oder die Autobauer General Motors und Chrysler.Für die Bank of America wird die Suche nach einem Nachfolger für Lewis leichter, da sie nach Begleichung ihrer Schulden von den Einschränkungen bei der Kompensation ihrer Top-Banker befreit wird.
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