Neu im Kino

„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“: Simon Verhoevens traurigste Komödie

Nun gibt es den zweiten Roman des großen Schauspielers Joachim Meyerhoff als Film. Und es lohnt sich wieder. Die Kritik.

Cornelia Geißler
Cornelia Geißler
5 Min

Zwanzig Jahre alt ist Joachim, als er bei seinen Großeltern einzieht. Er hat noch die Bilder im Kopf, wie es war, wenn er mit seinen beiden Brüdern in dem Haus zu Gast war. Einerseits ging es so vornehm zu, dass für die kleckernden Kinder extra Plastikbezüge über die Stühle am Esstisch gestülpt wurden. Andererseits pflegten die alten Herrschaften schon damals skurrile Rituale, die mit einem überlauten Zahnputzgurgeln begannen und ihren Höhepunkt fanden im täglich ab 18 Uhr zelebrierten Alkoholgenuss.

Joachim möchte sich an der berühmten Otto-Falkenberg-Schule in München zum Schauspielstudium bewerben, wo die Großmutter einst lehrte. In der Ermunterung, die Eltern und Großeltern Joachim gegenüber aussprechen, steckt ein dicker Zweifel. Das zeigen die ersten Szenen des Films „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Die erwachsene Verdruckstheit ist lustig und traurig zugleich. Der Junge trägt einen Pullover, der dem kurz zuvor tödlich verunglückten Bruder gehörte.

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