Berlins City muss künftig einfacher zu umfahren sein. Das fordert ADAC-Verkehrsexperte Jörg Becker nach den Staus in der Innenstadt wegen der Straßensperrungen anlässlich der OSZE-Konferenz. Becker sagte am Donnerstag, neben dem Ausbau des inneren Rings über die Kanaluferstraßen, die Danziger Straße und die Invalidenstraße müsse die Stadtautobahn A 100 zu einem Ring ausgebaut werden. Dafür sollte die Autobahn zwischen Wedding und Neukölln weiter gebaut werden.Wegen der OSZE-Tagung zum Thema Antisemitismus im Auswärtigen Amt war es an den vergangenen zwei Tagen rund um den Schlossplatz sowie am Hotel Intercontinental zu umfangreichen Verkehrsbeschränkungen gekommen. Auf den angrenzenden Straßen standen die Autos im Stau, Fußgänger mussten teils weite Umwege in Kauf nehmen. Der ADAC-Verkehrsexperte sagte, er habe bei solchen brisanten Veranstaltungen Verständnis für die scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Es gebe aber in der Innenstadt zu wenig Reserveflächen, über die die Autofahrer ausweichen könnten. Diese müssten deswegen geschaffen werden. Von einer Verlagerung ähnlicher Tagungen in ein Gästehaus außerhalb Berlins halte er nichts, sagte Becker. "Wir haben als Hauptstadt auch eine repräsentative Rolle zu spielen, da darf man solche Veranstaltungen nicht in einen Stadtrandbereich verlegen." Senatssprecher Michael Donnermeyer sagte, die Absperrungen seien aus Sicherheitsgründen notwendig gewesen. Wenn sie rechtzeitig angekündigt werden, sei zu beobachten, dass die Bürger klug genug seien, nicht mit dem Auto zu fahren.Ab Ende 2005 stehen der Bundesregierung Gebäude am Stadtrand und außerhalb Berlins für die Unterbringung von Staatsbesuchen zur Verfügung. Bis dahin sollen auf der Halbinsel Reiherwerder in Tegel die Villa Borsig und das Schloss Meseberg bei Gransee zu Gästehäusern umgebaut werden. (ulp.)
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