Arktis-Einsatz

„Admiral Nakhimov“ kehrt zurück: Russlands riesiger Atomkreuzer soll noch 2026 in Dienst gehen

Russlands Atomkreuzer „Admiral Nakhimov“ soll noch 2026 einsatzfähig sein. Der Marinechef nennt eine klare Zielmarke – mit einer Einschränkung. Warum Experten den Riesen für verwundbar halten.

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Der schwere atomgetriebene Raketenkreuzer „Admiral Nakhimov“ der russischen Nordflotte während eines Übungsschießens am 17. Juli 1996

Der schwere atomgetriebene Raketenkreuzer „Admiral Nakhimov“ der russischen Nordflotte während eines Übungsschießens am 17. Juli 1996

© Oleg Lastochkin/imago

Die „Admiral Nakhimov“ soll noch im Jahr 2026 in den aktiven Dienst der russischen Marine zurückkehren. Das bestätigte der Oberbefehlshaber der russischen Marine, Admiral Alexander Moisejew, laut einem Bericht der russischen Militärzeitung Krasnaja Swesda. Der tiefgreifend modernisierte Atomkreuzer befindet sich demnach in der Endphase seiner Erprobung.

Das Schiff könnte als künftiges Flaggschiff der russischen Nordflotte die strategisch sensible Arktisregion mitprägen. Dieser Überblick fasst zusammen, was gesichert ist, was Schätzung bleibt – und wo die Zweifel ansetzen.

Was der Marinechef zur Indienststellung sagt

Admiral Moisejew formulierte die Zielmarke vorsichtig. „Die endgültigen Fristen werden von den Testergebnissen abhängen. Wir wollen nicht vorgreifen. Ich denke, wir werden die Pläne für dieses Jahr umsetzen. Volle Tests sind im Gange“, wird er von der russischen Zeitung Kommersant zitiert.

Auch die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete Ende Juli, die Marineführung halte an einer formalen Indienststellung noch im Jahr 2026 fest. Aus offizieller Sicht ist das Schiff damit trotz laufender Erprobungen noch nicht endgültig an die Flotte übergeben.

Beim russischen Tag der Marine wurde Präsident Wladimir Putin laut dem offiziellen Kreml-Protokoll berichtet, dass Reparatur und Modernisierung planmäßig bis Ende 2026 abgeschlossen sein sollen.

Der Oberbefehlshaber der russischen Marine, Admiral Alexander Moisejew. Er hatte das geplante Einsatzdatum der „Admiral Nakhimov“ Medienberichten zufolge bestätigt.

Der Oberbefehlshaber der russischen Marine, Admiral Alexander Moisejew. Er hatte das geplante Einsatzdatum der „Admiral Nakhimov“ Medienberichten zufolge bestätigt.

© Alexander Ivanov/

Rückkehr nach fast drei Jahrzehnten

Nach Darstellung von Defence Security Asia kehrte die „Admiral Nakhimov“ um den 25. und 26. Juni 2026 nach rund 27 bis 29 Jahren Abwesenheit in die Kola-Bucht zurück. Belegt werde die Rückkehr durch Satellitenbilder und lokale Fotos.

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Das Fachmedium Military Watch Magazine beschreibt das Schiff als das mit Abstand größte und am schwersten bewaffnete Überwasser-Kampfschiff der Welt. Es verdrängt rund 28.000 Tonnen und trägt drei modernisierte U-Jagd-Hubschrauber vom Typ Ka-27M.

Bewaffnung und Kosten – vieles bleibt Schätzung

Laut Defence Security Asia verfügt die „Admiral Nakhimov“ über rund 80 universelle Startzellen für Kalibr-, Oniks- und 3M22-Zirkon-Raketen sowie etwa 96 Fort-M-Abwehrraketen. Eine Gesamtzahl von bis zu 176 Hauptstartzellen sei als Obergrenze zu behandeln; sie gilt nicht als bestätigt.

Die Modernisierungskosten werden auf zwei bis fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. Allein die Munition für die 176 Startzellen könnte laut Naval News weitere 500 Millionen US-Dollar kosten. Alle diese Beträge sind ausdrücklich Schätzungen, keine offengelegten Beschaffungsdaten.

Die behauptete Geschwindigkeit der Zirkon von Mach 8 bis 9 stammt aus russischen Staatsquellen und ist laut Defence Security Asia unter realen Bedingungen ebenfalls nicht unabhängig verifiziert.

Warum Experten den Riesen für verwundbar halten

Der Militäranalyst H.I. Sutton warnt in einer von hartpunkt.de wiedergegebenen Analyse vor der Konzentration so großer Kampfkraft auf ein einziges, 251 Meter langes Schiff. Es habe eine riesige Radarsignatur, könne sich demnach nicht verstecken und binde wertvolle Begleitschiffe.

The Barents Observer berichtete zudem im November 2024 über Probleme bei Zulieferungen und der Ersatzbeschaffung importierter Hilfssysteme – ein Hinweis auf konkrete Bremseffekte durch Sanktionen und Importsubstitution.

Warum die Arktis für Moskau strategisches Schwergewicht hat

Die Arktis ist für Russlands nukleare Abschreckung von zentraler Bedeutung. Im Rahmen des sogenannten Bastionskonzepts sollen strategische Raketen-U-Boote in den geschützten Gewässern der Barents- und Karasee einen Zweitschlag sicherstellen. Der Schwerpunkt der russischen seegestützten Nuklearstreitkräfte liegt bei der Nordflotte auf der Kola-Halbinsel, deren Infrastruktur kontinuierlich modernisiert wird.

In dieses Umfeld ordnet sich auch die „Admiral Nakhimov“ ein, die mit Luftverteidigung, Präzisionsbewaffnung und Führungsfähigkeit zur Absicherung der arktischen Operationsgebiete beitragen dürfte.

Neben ihrer militärischen Rolle gewinnt die Arktis für Russland auch wirtschaftlich an Bedeutung. Die Region verfügt über umfangreiche Öl-, Gas- und Mineralvorkommen und bildet mit dem Nördlichen Seeweg eine zunehmend wichtige Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien. Zugleich hat die sicherheitspolitische Bedeutung des Hohen Nordens seit dem Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens weiter zugenommen.

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