Sage bloß keiner, Hertha BSC habe kein Profil. Okay, Falko Götz hat den Humor nicht erfunden. Zugegeben, es soll Trainer mit dem Hang zu klareren Aussagen geben. Gut, die Transferpolitik von Dieter Hoeneß ist nicht direkt an den Erfordernissen ausgerichtet. Und, nein: Die Ausgabenphilosophie lässt kein Leitmotiv erkennen, der Klub ist mit 35 Millionen Euro nur mittelmäßig verschuldet und die Spielweise der Mannschaft hat noch keine Toten zum Leben erweckt. Aber ansonsten hat Hertha BSC sehr wohl ein Profil.Die Berliner sehen stets das Positive und sie lieben die Harmonie. Unisono erklärten Hoeneß und Götz jetzt, Hertha habe gegen Schalke gekämpft und sich daher nichts vorzuwerfen. "Es hat alles gestimmt, bis auf das Ergebnis", sagte der Manager nach einem weiteren Angriff auf die Sehnerven. Hallo? Alles in Ordnung? Bei drei Monaten ohne Bundesliga-Heimsieg? Bei dieser Sucht, auf keinen Fall ein Spiel zu elft zu beenden? Bei null Toren im Uefa-Cup?Hertha erinnert an die drei Äffchen, die sich Mund, Ohren und Augen zuhalten. Lieber wird die Wirklichkeit negiert, als das trübe Bild zu analysieren. Man müsste ja erörtern, wieso der Klub bundesweit für Langeweile steht. Man könnte registrieren, dass die Mannschaft unter Götz keinen Stil entwickelt: Sie ist kein Konterteam, sie steht nicht für Kombinations-, Hurra-, Kampf- oder Mauerfußball. Oft weiß der Eine nicht, wo der Andere hinläuft. Das erinnert an die wirren Zeiten der Nationalelf unter Ribbeck, an buntes Treiben guter Kicker auf einem Spielplatz. Mal läuft's - wie im Vorjahr, als Marcelinho alle mitriss - jetzt läuft's eben nicht, weil's eben nicht läuft.Er beteilige sich nicht an Trainerdebatten, sagt Hoeneß. Er tut gut daran. Er müsste sagen, wieso Götz trotz negativer Symptome einen neuen Vertrag erhielt. Hoeneß müsste erklären, ob Götz wegen der leeren Klubkasse im Amt bleibt - oder aus sportlichen Erwägungen. Ob die von ihm gekauften Spieler falsch eingesetzt werden, nicht zusammenpassen oder zu schlecht sind. Der Verein müsste sich positionieren, ob weiter so gewurschtelt werden soll, oder ob im Management Konsequenzen gezogen werden müssten. Wolfsburg entließ jüngst Sportdirektor Strunz. Aber in Berlin, beim Hoeneß BSC, müsste ja der Geschäftsführer Hoeneß den Manager Hoeneß entlassen.Das alles sieht traurig aus; wie das Dilettieren auf dem Rasen. Da hilft wirklich nur die Äffchentaktik.
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