Im Auftrag des Obersten Rates für Altertümer haben ägyptische Archäologen in der Nekropole Qubbet el-Hawa am Westufer des Nils bei Assuan eine Gruppe in den Fels gehauener Gräber aus dem Alten Reich (ca. 2686–2181 v. Chr.) freigelegt.
Wie das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer mitteilte, umfasst der Fund Grabschächte und -kammern, die zur Zeit der großen Pyramiden angelegt wurden. Laut einem Bericht des Fachmagazins Archaeology handelt es sich um einen bislang unbekannten Grabkomplex innerhalb der seit langem erforschten Nekropole.
Erste Untersuchungen zeigen, dass die Gräber in Qubbet el-Hawa nicht nur im Alten Reich angelegt, sondern auch während der Ersten Zwischenzeit und des Mittleren Reichs wiederverwendet wurden. Das belege die anhaltende rituelle Bedeutung des Ortes über mehrere Dynastien hinweg, erklärte der Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer, Mohamed Ismail Khaled, laut der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur SIS.
Keramikgefäße für Grabbeigaben
Mohamed Abdel-Badie, Leiter der Abteilung für ägyptische Altertümer, teilte mit, dass in zwei Grabkammern rund 160 Keramikgefäße unterschiedlicher Größe und Form aus dem Alten Reich geborgen wurden. Einige tragen Inschriften in hieratischer Schrift, die häufig auf Tongefäßen verwendet wurde, um deren Inhalt zu kennzeichnen. Ersten Analysen zufolge dienten die Gefäße zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten und Getreide, die den Verstorbenen als Grabbeigaben für das Jenseits mitgegeben wurden.
Im Vorhof der Gräber stieß das Team zudem auf Objekte aus dem Mittleren Reich (ca. 2055–1650 vor Christus): Spiegel aus Kupferlegierung, Kosmetikbehälter aus Alabaster, farbige Perlenketten sowie Amulette mit Darstellungen von Gottheiten und Symbolen des ägyptischen Pantheons. Tourismusminister Scherif Fathi betonte laut SIS, der Fund stärke Ägyptens Position auf der Weltkarte des Kulturtourismus.
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