Es war schon spät am Abend, als über den Organisatoren von Cinema for Peace im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ein Gewitter niederging. Bis dahin hätte man den Ablauf ganz gut mit "Friede, Freude, Hummerschwänze" (weil es doch keine Eierkuchen gab!) umschreiben können, aber dann stürmte Vibeke Windeløv die Bühne und schimpfte sich ihren Ärger von der Seele. Die Produzentin der Filme von Regisseur Lars von Trier begann mit einem zünftigen "Ich bin stinksauer" und erklärte dann auch ganz schlüssig, was sie so erzürnt hatte: "Sie wollen hier den Regisseur Lars von Trier ehren und kürzen seine Videobotschaft auf einen Bruchteil." Auf der Leinwand waren von dem scheuen Künstler ja wirklich nur nichts sagende Gruß- und Dankesformeln zu sehen gewesen. Was seine zornige Produzentin allerdings nicht durchgehen ließ. Sie hatte (zufällig?) das Statement von Lars von Trier auf ihrem Organizer gespeichert und las es vor. Und bekam dafür einen besonders stürmischen Beifall.Und immer mittendrin: Anke Engelke. Die Harald-Schmidt-Nachfolgerin von Sat 1 ist auf der Berlinale mal wieder als Reporterin des ARD-Morgenmagazins unterwegs. Bei Cinema for Peace sah das so aus: Sie animierte Gala-Gäste wie den Schauspieler Armin Rohde, den Liza-Minnelli-Hit "Cabaret" zu singen und dazu zu tanzen.Ebenfalls spät in der Nacht zum Dienstag: Das Publikum hatte schon fast die Hoffnung auf einen Auftritt der Sängerin Liza Minnelli aufgegeben, da gab es genau diesen zu ersteigern. In 1 000-Euro-Schritten, die jeden Bieter eben genau diese 1 000 Euro kosteten, hangelte man sich bis auf 50 000 Euro hoch. Dafür sang Liza Minnelli ihren größten Hit "Cabaret". Unter denen, die diesen Auftritt finanzierten: Katja Riemann, Klaus Wowereit, Marie-Luise Marjan, Bernd Eichinger und Otto Waalkes. Von Désirée Nosbusch, der Moderatorin des Abends, gab es später angesichts des Gesamterlöses von 300 000 Euro trotzdem Schimpfe: "Es saßen so viele Promis im Saal, die viel Geld haben. In den USA wäre mehr zusammengekommen!"----Wer von den Berlinale-Besuchern nicht bei Cinema for Peace war, der hatte am Montagabend frei, denn andere Veranstaltungen gab es nicht. Schauspielerin Jessica Schwarz verbrachte den Abend nun nicht etwa ganz in Ruhe zu Hause: "Ich war im Hotel 101 bei einer ziemlich guten Anti-Berlinale-Party." Bei der Fete im schicken neuen Hotel am Kudamm 101 gefiel ihr besonders die Musik: "David Holmes hat aufgelegt."Ganz anders verbrachte Matthias Schweighöfer ("Baal") den Berlinale-freien Abend: "Ich habe meine weiße Wäsche gewaschen. Bei 60 Grad." Das erzählte er am Rande des Berlinale-Brunchs der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen am Dienstag im Restaurant Schwarzenraben. Bei dem er übrigens ziemlich heftig zulangte. Man konnte beobachten, wie Schweighöfer sich zwei Vorspeisen und zwei Hauptgerichte einverleibte: "Mein Kühlschrank ist leer, das ist hier mein Frühstück."Nun war der Hauptzweck dieses Brunchs mit jahrelanger Tradition allerdings nicht die Fütterung von Schauspielern, die nicht zum Einkaufen kommen. Michael Schmid-Ospach, der Chef der Filmstiftung NRW, nahm mit deutlich erkennbarem Vergnügen die Schecks entgegen, mit denen erfolgreiche Filmemacher ihre Förderung zurückzahlten. Für Regisseur Sönke Wortmann, der eine Million Euro Fördergeld für "Das Wunder von Bern" zurückzahlen konnte, eine ganz besondere Premiere: "Ich habe noch nie einen so hohen Scheck unterschrieben. Das war ein sehr erhabenes Gefühl."Hier schlägt das Herz der Berlinale // Vor dem Berlinale-Palast (1) präsentieren heute um 19. 30 Uhr Regisseur Romuald Kamarkar und die Darsteller Frank Giering, Anne Ratte-Polle und Manfred Zapatka den Film "Die Nacht singt ihre Lieder". Robin Williams läuft dort um 22. 30 Uhr für "The Final Cut" über den Teppich. In seinem Schlepptau: Regisseur Omar Naim.Zwei Stunden Zeit für Berlin nimmt sich Jude Law. Um 16. 45 Uhr lässt er sich im Grand Hyatt (2) von der Presse fotografieren. Dann geht s zurück nach London.Foto: Er hat am freien Berlinale-Abend Wäsche gewaschen, sie durchgearbeitet: Matthias Schweighöfer und Anke Engelke.Foto: Vibeke Windeløv sorgte bei Cinema for Peace für einen Eklat.Foto: Grace Jones behielt während des gesamten Abends im Konzerthaus ihren Hut auf dem Kopf.Foto: Jessica Schwarz ging lieber zu einer Anti-Berlinale-Party.Foto: Während Nicole Kidman Berlin die kalte Schulter zeigte, wollte Kollege Jude Law wenigstens zwei Stunden in der Stadt bleiben.
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