Ärger bei der ITB: Aussteller verließen Messe vorzeitig

Ich bin dann mal weg

Eva Dorothée Schmid
2 Min

Am Sonntagabend hat die Messe Berlin noch ein positives Fazit der Internationalen Tourismusbörse (ITB) gezogen. Mit 178 971 Besuchern wurden trotz Wirtschafts- und Finanzkrise knapp 1 000 Besucher mehr gezählt als im Vorjahr. Sowohl bei den Fachbesuchern als auch bei Privatbesuchern gab es einen Zuwachs. Über 87 Prozent der Aussteller hätten bei der Umfrage eines unabhängigen Marktforschungsinstituts angegeben, sie hätten einen positiven Gesamteindruck von der Messe, verkündeten die Veranstalter stolz. Privatbesucher, die erst am Sonntag in den Messehallen unterm Funkturm waren, hatten dagegen keinen guten Eindruck von der Tourismusbörse.Müll statt Reiseprospekte, Essensreste statt fachkundigem Personal: Dieses Bild bot sich Lesern der Berliner Zeitung, die am Sonntag kurz vor 15 Uhr zur ITB kamen. Stände vieler ausländischer Teilnehmer seien da bereits verlassen gewesen. Ein Paar aus Spandau schilderte, dass um 17 Uhr in den meisten Hallen nur noch Besucher und keine Aussteller mehr gewesen seien: Man sehe nicht ein, dafür den vollen Eintrittspreis in Höhe von 14 Euro pro Person zu bezahlen."Den Trend zur verfrühten Abreise hat auch die Messeleitung mitbekommen", sagt ITB-Sprecherin Astrid Ehring. Es habe sich aber nur um vereinzelte schwarze Schafe und nicht um ein Massenphänomen gehandelt. Man müsse jetzt genau auswerten, welche Stände nicht mehr besetzt waren. "Wir sind darüber genauso entsetzt wie die Besucher und werden den Ausstellern Konsequenzen androhen und sie zur Rechenschaft ziehen", so Ehring. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Messe Berlin, die alle Aussteller unterschreiben, ist ganz klar geregelt, dass die Messestände erst nach Schluss der Veranstaltung geräumt werden dürfen. Der Vertrag sieht auch Vertragsstrafen in Höhe von 500 Euro vor. Zudem legen die Geschäftsbedingungen fest, dass die Aussteller die von ihnen verursachten Abfälle entsorgen müssen. Ehring schloss aus, dass Besucher eine Kompensation bekommen. Sie sagte aber, die Messe denke darüber nach, im nächsten Jahr ein verbilligtes Happy-Hour-Ticket für die letzten Stunden einzuführen. Sabine Fischer-Volk, Juristin und Reiserechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, sieht dagegen gute Chancen, dass Besucher einen Teil des Eintrittsgeldes zurückfordern können.

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