Um ein für Donnerstag geplantes Konzert des jamaikanischen Dancehall-Sängers Sizzla in der Kulturbrauerei gibt es Streit. Aktivisten aus der Schwulenbewegung fordern, dass das Konzert des Musikers, der in seinen Texten auch zum Mord an Homosexuellen aufruft, abgesagt wird. Für Donnerstag ist eine Demonstration angekündigt. Sie soll um 18.30 Uhr vom S-Bahnhof Schönhauser Allee zum Kesselhaus führen. Erwartet werden 900 Teilnehmer. Etwa so viele Besucher passen auch in die Konzerthalle.Homophobe Texte scheinen bei vielen jamaikanischen Musikern üblich zu sein. Auf der Karibik-Insel werden Homosexuelle bis heute verfolgt. Das Schwulen-Bashing sei ein authentischer Ausdruck tiefverwurzeltem Schwulenhasses, und diesen lasse man sich unter Verweis auf das Recht auf kulturelle Differenz nicht verbieten.Weil solche Ansichten international oft nicht akzeptiert werden, wurde der Reggae Compassionate Act (RCA) entwickelt. Darin verpflichten sich die Musiker, auf entsprechende Texte zu verzichten - und erhalten im Gegenzug grünes Licht für Auftritte etwa in den USA, Großbritannien oder Deutschland. Sizzla hat seinen Manager den RCA unterschreiben lassen.Martin Sonnenburg vom Bündnis Smash Homophobia nimmt Sizzla einen Sinneswandel nicht ab, der Musiker äußere sich weiter schwulenfeindlich. Außerdem: "Homophobie ist keine Form der Kultur." Für Donnerstag würde sich Sonnenburg über eine Teilnahme des Regierenden Bürgermeisters an der Demo freuen. "Wowereit wäre ein starkes Signal." Die Senatskanzlei äußerte sich gestern nicht.Unterdessen hat der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) aufgefordert, Sizzla nicht einreisen zu lassen.Die Kulturbrauerei verweist auf die Unterzeichnung des RCA. Weiter äußerte man sich gestern nicht.
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