Polen drohe eine "satanische Provokation", warnt Lech Walesa. Konservative katholische Gruppen halten Mahnwachen ab, und der Abgeordnete Marian Brudzynski schrieb an die Warschauer Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz, sie möge die tiefe Demütigung und die Verletzung der religiösen Gefühle aller Polen doch noch verhindern.Der Grund für die all die Aufregung: Madonna kommt. Die singende, fleischgewordene Provokation hat ihren ersten Auftritt in Polen auf einem Flughafengelände ausgerechnet am Feiertag Mariä Himmelfahrt, dem 15. August. Als wollten sie zeigen, dass das kein Zufall ist, werben die Veranstalter mit dem Spruch: "Es ist nicht Platz für zwei Königinnen in diesem Land." Als "ewige Königin Polens" wird aber von den Polen die heilige Maria verehrt. Zu Tausenden pilgern sie am Marientag zum Paulinenkloster in Tschenstochau, um das Bildnis der Schwarzen Madonna anzubeten.Als eine polnische Zeitschrift die singende Madonna vor drei Jahren als Schwarze Madonna abbildete, ging eine Welle der Empörung durchs Land. Vor allem stießen sich die Gläubigen daran, dass sich Madonna in dem Lied "Live To Tell" mit einer Dornenkrone kreuzigen lässt. Für das Konzert am Sonnabend wird mit 70 000 Besuchern gerechnet. (fr.)
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