Ärztekammer ermittelte jährliche Einkünfte

Ärzte verdienen durchschnittlich je 125 000 Mark

Fina Geschonneck
2 Min

Ein Berliner Arzt hat im Jahr durchschnittlich 125 560 Mark Brutto an Einkünften. Das ergab die Beitragsstatistik der Berliner Ärztekammer aus dem Jahre 1998. Danach gab es 34 Mediziner, die jährlich mehr als eine Million Mark verdienen. Bei 15 Ärzten lagen die jährlichen Einkünfte über 825 000 Mark. Demgegenüber verdienen zirka 45 Prozent der mehr als 23 400 Ärzte weniger als 100 000 Mark Brutto im Jahr.Erstmalig hatte die Ärztekammer die Einkünfte aller Berliner Mediziner analysiert. Mehr als 8 500 von ihnen arbeiten in Krankenhäusern, rund 6 700 sind im ambulanten Bereich tätig, das heißt sie haben eine eigene Praxis oder sind bei einem niedergelassenen Arzt angestellt. "Wir wollen mit dieser Statistik mit dem Mythos der gut verdienenden Ärzte aufräumen", sagte am Montag der Berliner Ärztekammerpräsident, Günther Jonitz. Die Einkünfte ergeben sich laut Jonitz aus dem Einkommen, zusätzlich sind aber Bereitschaftsdienste, Praxisvertretungen, das Erstellen von Gutachten sowie beispielsweise das Erteilen von Kursen darin enthalten. "Alles zusammengenommen verdienen die Ärzte nicht zu viel", so Jonitz. Wenn jemand glaube, als Arzt lasse sich viel Geld verdienen, der irrt, so der Berliner Ärztekammerpräsident. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Hans-Peter Seitz, hält das durchschnittliche Brutto-Einkommen "nicht für zu üppig". Bei einer Ausbildungszeit von mindestens zwölf Jahren bis zum Facharzt, der hohen Verantwortung sowie überdurchschnittlich langen Dienstzeiten gebe es keinen Grund, sich darüber aufzuregen. Für den gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Ullrich Meier, der gleichzeitig als Chefarzt im Unfallkrankenhaus Marzahn tätig ist, verdienen vor allem die Assistenzärzte mit durchschnittlich 130 000 Mark zu wenig. "Für 40 Wochenstunden wäre das Einkommen in Ordnung, aber nicht für 80 Stunden in der Woche: das Einkommen ist sehr mäßig", so Meier.Zu den Spitzenverdienern gehören nach Einschätzung der Ärztekammer vor allem etablierte Chefärzte, die zudem auch zahlreiche Privatpatienten neben ihrer Tätigkeit behandeln. Laut CDU-Politiker Meier zählen dazu aber nicht die Chefärzte, die erst seit kurzem im Amt sind. "Im Unfallkrankenhaus Marzahn gehört kein Chefarzt zu den Spitzenverdienern", betonte Meier. Mediziner mit hohem Einkommen vermutete die Ärztekammer gleichzeitig auch bei den niedergelassenen Ärzten, die seit Jahrzehnten eine gutgehende Praxis haben. Kritik äußerte die Ärztekammer daran, daß zwischen den Einkommen der berufserfahrenen Mediziner und denen der jungen Ärzte eine große Distanz besteht.

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