In der ärztlichen Versorgung in Sachsen klaffen vielerorts Lücken. Das machen Zahlen aus dem Gesundheitsministerium deutlich, die Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper im Landtag erfragte. Demnach ist vor allem in Ostsachsen und in Südwestsachsen der Bedarf groß.
Mangel gibt es nicht zuletzt bei Hausärzten. In zehn der 48 sächsischen Planungsgebiete herrscht oder droht Unterversorgung. Die Daten beziehen sich auf den 1. Januar dieses Jahres.
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So gibt es in vielen Planungsgebieten zu wenig Hausärzte, etwa in Annaberg-Buchholz, Aue, Auerbach, Döbeln, Frankenberg-Hainichen, Marienberg, Reichenbach, Stollberg, Werdau, Zwickau, Dippoldiswalde, Görlitz, Hoyerswerda, Löbau, Riesa, Weißwasser, Oschatz und Torgau. Der Planungsbereich Werdau ist nur zu 69,1 Prozent versorgt. Rein rechnerisch werden rund 308 zusätzliche Hausärzte zu den vorhandenen 2607 gebraucht.
Bei Augenärzten sieht es besser aus, in Stollberg liegt der Versorgungsgrad aber nur bei 67,7 Prozent. Neu ist das Versorgungsproblem bei Frauenärzten in Riesa-Großenhain. Eine Unterversorgung mit HNO-Ärzten existiert etwa in Freiberg (70,2), Löbau-Zittau (74,2) und in der Sächsischen Schweiz (71,5). Bei Hautärzten gibt es Probleme in sieben Regionen. Akut ist die Lage in Löbau-Zittau mit einem Grad von nur 15 Prozent.
Ein Defizit an Kinderärzten gibt es vor allem in Freiberg. Im Bereich Urologie gilt das für Bautzen, Riesa-Großenhain und Löbau-Zittau. Ein großes Problem ist auch der Personalmangel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Hier liegt der Versorgungsgrad sachsenweit bei 85,9 Prozent. Südsachsen (69,7 Prozent) und Oberlausitz-Niederschlesien (55,9 Prozent) haben akuten Mangel.
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Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt legte zuletzt ein 20-Punkte-Programm vor, mit dem die medizinische Versorgung im Freistaat bis zum Jahr 2030 gesichert werden soll.
Wie aus dem vom Ministerium veröffentlichten Programm „Medizinische Versorgung 2030“ hervorgeht, will der Freistaat unter anderem die Ausbildung von Medizinstudenten ausbauen und gezielt Anreize für eine spätere Tätigkeit in unterversorgten Gebieten setzen. Hintergrund sind nach Angaben der Staatsregierung der demografische Wandel, eine alternde Ärzteschaft und die zunehmende Schwierigkeit, frei werdende Praxissitze nachzubesetzen.
Landarztquote soll zu Maßnahmen gehören
Zu den im Programm aufgeführten Maßnahmen zählen laut Ministerium die Landarztquote, mit der ein Teil der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben wird, die sich zu einer Tätigkeit als Hausarzt in ländlichen Regionen verpflichten.
Besonderes Augenmerk legt das Ministerium auf die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Hier sei der Handlungsdruck am größten, heißt es in dem Programm. Geplant sei zudem, die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten und Strukturen für Praxisnachfolgen zu schaffen.
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