AfD-Chef Tino Chrupalla hat am Dienstag in Berlin seine Autobiografie „Handwerk – Meister – Politik“ vorgestellt. Der 51-jährige Politiker aus Sachsen sprach sich bei dem Termin gegen eine Abschaffung der Doppelspitze in seiner Partei aus und verwies auf Wahlerfolge der vergangenen Jahre an der Seite von Alice Weidel.
„Warum soll man dieses Erfolgsmodell infrage stellen“, sagte Chrupalla. „Da habe ich so ein bisschen den Eindruck, der Kuh geht's zu gut, jetzt geht sie aufs Eis Schlittschuhlaufen“. Die AfD habe ihre Wahlergebnisse in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt.
Gewalt gegen Journalisten und neue Machtverhältnisse: Das war der AfD-Parteitag in Erfurt
Wie Walter Ulbricht schon sagte: Höcke und Chrupalla streiten über die echten Deutschen
Chrupalla: Verhältnis zu Weidel ist gut
Beim Bundesparteitag in Erfurt war Chrupalla am vergangenen Wochenende mit 70,05 Prozent der Delegiertenstimmen im Amt bestätigt worden – deutlich weniger als zwei Jahre zuvor. Weidel kam auf 81,3 Prozent.
Chrupalla räumte ein, es sei eine berechtigte Frage, und äußerte die Erwartung, dass darüber in den kommenden Jahren erneut diskutiert und entschieden werde. Zugleich zeigte er sich skeptisch: „Wenn die Partei sagt, wir wollen jetzt eine Einerspitze haben, muss die Frage ja auch gestattet sein, werden wir dann noch erfolgreicher? Schaffen wir dann 40 Prozent im Bund?“
Sein Verhältnis zu Weidel beschrieb Chrupalla als gut. In dem Buch schreibt er nach eigenen Angaben, er habe die Co-Vorsitzende nach vier gemeinsamen Jahren an der Parteispitze „richtig gern“. Man teile „immer noch nicht“ alle Inhalte, verstehe sich aber mittlerweile wortlos. Eine Einteilung des neuen Bundesvorstandes in verschiedene Lager lehnte er ab.
In seinem Buch beschreibt Chrupalla seine Kindheit in der DDR und schildert seinen Weg vom Malermeister in die Politik. Bei der Vorstellung warb er für mehr Anerkennung des Handwerks. Wer keine akademische Bildung habe, werde immer noch ein Stück weit belacht. Die Missachtung gegenüber diesem „Klientel“ sei hoch – „teilweise auch in meiner Partei“.
Chrupalla über Autobiografie: „Das ist ein KI-freies Buch“
Er wünsche sich, dass mehr Menschen mit handwerklichem Hintergrund in die Politik gingen. Auch an Mitglieder der eigenen Partei appellierte er, vor dem Gang in die Politik einen Beruf oder ein Studium abzuschließen. „Meine Knie sind nicht kaputt, weil ich, wie gesagt, anderen Politikern oder Freunden oder sonstwo hintenrein kriechen musste. Meine Knie sind kaputt, weil ich eben 60, 70.000 Quadratmeter Fußboden und Estrich verlegt habe“, sagte er.
Die Autobiografie sei nach eigenen Angaben mit Hilfe eines Ghostwriters über etwa ein Jahr entstanden – ohne Einsatz künstlicher Intelligenz. „Das ist ein KI-freies Buch“, sagte Chrupalla.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]