Ein Brandenburger AfD-Politiker hat Strafanzeige gegen Kurt Krömer erstattet. Der Vorwurf lautet Volksverhetzung und Beleidigung. Hintergrund ist ein Instagram-Video, in dem der Comedian AfD-Wählern unmissverständlich klarmacht, dass er sie bei seiner Lesung nicht sehen will. „Keine Tickets für AfD-Wähler“, sagt Krömer darin – und legt verbal noch deutlich nach.
In einem Instagram-Beitrag vom 9. Oktober wandte sich Krömer direkt an die Partei und ihre Anhänger. „Ich wollte mich an dieser Stelle auch nochmal an unsere geistig abgehängten Freunde von der AfD richten“, sagt er dort.
„Euer Geld möchte ich nicht“: Was Krömer über AfD-Wähler sagt
Dann folgt die Passage, die den Konflikt befeuert: „Keine Tickets für AfD-Wähler, ja? Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt - genauso wie ihr. Außerdem habe ich keine Lust, auf der Bühne zu stehen und in irgendwelche Schweinegesichter zu gucken.“
Gegen diese Äußerungen geht der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch vor. Er sitzt im Bundesvorstand der Partei und ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag.
Hohloch erstattete Strafanzeige gegen Krömer, der mit bürgerlichem Namen Alexander Bojcan heißt. Den Verdacht benennt er selbst. „Wir haben die pauschale Herabwürdigung von Menschen“, sagte Hohloch zu seiner Anzeige. „Wir reden hier nicht nur über AfD-Mitglieder, wir reden über eine viel größere Gruppe und zwar die der AfD-Wähler.“
Petition fordert das Ende der ZDF-Zusammenarbeit
Bei der Anzeige blieb es nicht. Hohloch startete zusätzlich eine Online-Petition mit dem Titel „AfD-Wähler als „Schweinegesichter“ - ZDF muss die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer beenden!“.
Die Petition zielt auf eine geplante ZDF-Produktion: Unter dem Titel „Krömers letzte Stunde“ soll eine neue Show mit dem Comedian entstehen.
Wie Kurt Krömer auf die Petition reagiert
Am Mittwoch äußerte sich Krömer zur Petition – die Strafanzeige ließ er dabei unerwähnt. In einem Instagram-Reel zeigte er ein Foto von Hohloch und schrieb dazu „Der Mann hinter der ZDF Petition“, versehen mit zwei lachenden Smileys.
Der Sender hielt sich knapp. Auf Krömers Post, der bei der AfD auf Kritik gestoßen war, reagierte das ZDF mit einer klaren Abgrenzung. Krömers Beitrag sei „eine Äußerung, die in keinem Zusammenhang mit einer Produktion des ZDF steht“, teilte der Sender mit.
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