Nachdem die AfD mit 35 Prozent der Zweitstimmen die Bundestagswahl im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern klar gewonnen hat, bekommen Gastronomen und Hotelbetreiber besorgte Anrufe von Gästen. „Wie schon nach der Europawahl gibt es jetzt Nachfragen. Wir müssen dann aufklären und sagen, dass ein Urlaub bei uns an der Ostsee und im Bundesland möglich ist. Wir sind gastfreundlich. Der Tourismus ist die internationalste Branche in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Lars Schwarz vom Gaststättenverband Dehoga der Berliner Zeitung. Das Aufklären der Urlauber sei man gewohnt.
Berichte in der Ostsee-Zeitung und der Bild vom Wochenende, wonach Gäste wegen der AfD gebuchte Urlaube storniert hätte, seien falsch und stimmen nicht, erklärte Schwarz. „Es gibt keine Storno-Welle.“
Der Dehoga-Chef ist selbst Kommunalpolitiker für die CDU im Ort Gnoien im Landkreis Rostock. Er erklärt: „Natürlich treiben uns die Wahlergebnisse alle um. Wir reden darüber. Doch das Problem sind nicht wir Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, sondern das Versagen der Ampel-Regierung.“ Es sei in den letzten drei Jahren viel Vertrauen verloren gegangen, Versprechen seien nicht eingehalten worden. „Die Leute sind frustriert auch bei mir im Ort, manchmal kann ich das verstehen.“ Ob man dann auch gleich AfD wählen muss, sei sicherlich eine andere Frage, so Lars Schwarz.
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